Wema mit Umbau auf Erfolgskurs

Die Wema Vogtland Technology GmbH hat es geschafft: Vor vier Jahren noch in der Insolvenz ist sie heute Weltmarktführer bei Umbauten von Werkzeugmaschinen. Die Auftragsbücher sind voll, das Personal aufgestockt. Noch immer werden neue Mitarbeiter gesucht.

Plauen - Die Erfolgsgeschichte der Wema Plauen beginnt 2009, als Andreas Quak mit seiner saarländischen SVQ GmbH, zu der Maschinenbaufirmen im In- und Ausland gehörten, als Geschäftsführender Gesellschafter die Ruder in dem insolventen Traditionsbetrieb übernahm und einen neuen Kurs ansteuert: Statt Sondermaschinen und Taktstraßen neu zu bauen sollten von nun an die Werkzeugmaschinen rund um den Erdball von Wemaranern überholt und umgebaut werden. Was anfangs von den Mitarbeitern skeptisch beäugt wurde, hat sich als Zukunftsmodell bewiesen.

Die Wema Vogtland Technology GmbH hat sich in nur drei Jahren nunmehr als Anbieter von Umbauten und Überholungen in der Automobilindustrie weltweit einen Namen gemacht. "Unser Personal in Plauen ist wieder auf 100 Mitarbeiter angewachsen. Allein in diesem Jahr hatten wir 35 Neueinstellungen. Ein großer Teil davon sind ehemalige Wema-Mitarbeiter, die in die Plamag gingen und nun zurückkamen", freut sich Quak, der zugleich alleiniger Gesellschafter der Global Retool Group (GRG) mit weltweit rund 400 Mitarbeitern und knapp 80 Millionen Umsatz ist. Zu der GRG gehört auch die Wema Plauen, die auf 30 Millionen Umsatz im Jahr 2012 blicken kann. "Das ist das Doppelte an Umsatz, was die Wema vor ihrer Insolvenz 2008 erreichen konnte", rechnet Quak vor. "Wir konnten allen Mitarbeitern dieses Jahr auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld bezahlen. Das ist Anerkennung und Motivation zugleich. Denn auch im kommenden Jahr wartet viel Arbeit auf uns. Immerhin haben wir schon Aufträge in Höhe des diesjährigen Umsatzes im Haus, so dass für 2013 erneut eine deutliche Umsatzsteigerung vorhersehbar ist. Wir erwarten ein Rekordjahr", blickt der Geschäftsführer voraus.

Kein Wunder also, dass die Wema auch weiterhin neue Mitarbeiter sucht. Fünf junge Leute haben 2012 ihre Ausbildung zum Elektroniker der Fachrichtung Automatisierungstechnik, Industriemechaniker, Industriekaufmann und technischen Produktdesigner begonnen und habe gute Aussichten, übernommen zu werden. "Für die erwartete Umsatzsteigerung brauchen wir aber weitere Monteure und Ingenieure", sagt Quak. In der Wema gebe es von der Konstruktion bis zur Montage alles, außer einer eigene mechanischen Fertigung. "Ich habe den Betrieb als Ergänzung des Gesamtfirmenkonzepts gekauft. Durch das neue Konzept war die Firma vom ersten Tag an profitabel. Mit der Einbindung in die Global Retool Group mit ihrem weltweiten Vertriebsnetz ist es möglich, alles aus einer Hand anzubieten. Die Gruppe hat Werke in China, der Slowakei, in Amerika, Asien und Osteuropa. 2011 wurde mit der Übernahme der SATEG Steuerungs- und Automatisierungstechnik GmbH mit Sitz in Lebach die Leistungsfähigkeit der Gruppe weiter ausgebaut. Legen doch die Kunden immer mehr Wert bei den Maschinen-Umbauten auf Steuerungstechnik und Schaltschrankbau", so Quak.

"Wir haben derzeit einen Großauftrag von BMW, die Werkzeugmaschinen mechanisch und elektronisch zu überholen. Es gibt kaum Firmen, die das können. Aber wir." Sein Gesamtfirmenkonzept, das bei Projekten eine enge Verzahnung garantiere aber jede Firma auf eigenen wirtschaftliche Füße stehen lasse, garantiert eine hohe Flexibilität, die auch von den Kunden geschätzt werde. "Die Automobilisten müssen heutzutage viel schneller ihre Produkte überarbeiten. Während früher im Schnitt alle sieben Jahre ein neues Modell auf den Markt kam, vergehen heute maximal fünf Jahre. So gibt es immer häufiger die Notwendigkeit, die Maschinen umzurüsten. Damit hat unser Umbaugeschäft eine konstante Daseinsberechtigung. Künftig werden wir noch mehr ins Ausland expandieren. Dort sind außer Europa unsere Marktanteile noch nicht so groß wie in Deutschland", erklärt Quak. Um näher an den Kunden zu sein, wurde 2010 bereits die Wema Vogtland Amerika LLC gegründet. "Der Markt dort ist für unsere Umbauten genau so groß wie der in Deutschland. Wir erreichen aber auch in Amerika ansässige japanische Automobilbauer. Die Wema Amerika, eine hundertprozentige Plauener Tochter, zählt rund 50 Mitarbeiter und erreichte mehr als zehn Millionen Umsatz. Die gesamten konstruktiven Aufträge erledigt Plauen", so der Firmenchef.

Stolz erzählt er davon, dass die Kunden der Wema treu geblieben sind. Hinzu seien neue aus Japan und Korea hinzugekommen. "Für 2013 haben 90 Prozent der zurückgekehrten Kunden bereits einen Wiederholungauftrag ausgelöst. Das zeigt, das unser Konzept aufgeht." Neben der Automobil- und Automobilzulieferindustrie möchte Quak weitere Kunden aus dem Non-Automotive-Bereich gewinnen, um nicht von einer Branche abhängig zu sein. "Werkzeugmaschinen für den Umbau und der Überholung stehen in vielen Industriebereichen. In der Automobilbranche sind wir so erfolgreich, weil wir traditionell dort gut bekannt sind. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, muss unser Name in vielen Industriebereichen vertreten sein. Unser Auftragsbestand gibt uns die Sicherheit, nach vorne zu schauen", erklärt Quak. "Für mich ist Größe allein nicht das Anzustrebende. Wir wollen Kontinuität, Stabilität und ein nachhaltiges Geschäft." Die Wema Vogtland Technology GmbH hat mit dem richtigen Mann am Ruder einen wahren Erfolgskurs eingeschlagen. va