Weltcup - und keiner kann hin!

Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag gehen in der Vogtland Arena in Klingenthal gleich zwei Weltcup-Veranstaltungen über die Bühne, in der Nordischen Kombination und im Spezialspringen. Ein Top-Ereignis - unter Corona-Bedingungen.

Klingenthal - Einer, der ganz vorn bei den Wettkämpfen dabei ist, ist Witlof Hofmann aus Klingenthal, der als Weitenmesser auf der Treppe an der Schanze steht. Auch früher war er vorn dabei, als Nordisch Kombinierter, der 1967 bis 1973 auf der internationalen Skibühne mitspielte und Medaillen gewann.
Ein Höhepunkt war, als er als Mitglied der Nationalmannschaft bei der der Junioren-WM im schwedischen Böllnas Bronze gewann. Später arbeitete er als Trainer und brachte sehr erfolgreiche Sportler hervor.
Während der Weltcup in der Nordischen Kombination geplant war, findet das Spezialspringen hier als Ersatztermin für Sapporo statt, das abgesagt hatte und Klingenthal sich auf Anfrage zur Durchführung bereit erklärt hatte.
Aus Witlof Hofmanns Sicht haben die Weltcup-Veranstaltungen in Klingenthal für die Sportler eine besondere Bedeutung, denn es sei für sie der letzte Gradmesser vor der Weltmeisterschaft in drei Wochen in Oberstdorf ab dem 26. Februar. Zwar seien im Spezialspringen zuvor noch Wettkämpfe in China und Rumänien geplant, doch die Spitzenkader würden sich verständlicherweise wohl eher auf die Vorbereitung zu der Heim-WM in Oberstdorf konzentrieren, die nicht alle Tage in Deutschland stattfinde.
Für den jetzigen Weltcup im Spezialspringen sieht er die Norweger als tonangebend an und nennt dabei Namen wie Granerud oder Lindvik, gefolgt von den Polen. Die Norweger hätten in dieser Weltcupsaison fast immer den Sieger gestellt. Die Deutschen sieht er in der Rangliste auf Platz drei und hofft, dass diese ihre alte Stärke zu Beginn der Saison wiederfinden. Doch auch die Österreicher dürfe man nicht unterschätzen.
Die Platzierungen in der Nordischen Kombination sieht Hofmann ähnlich: Norwegen, Deutschland, Österreich. Festgenagelt auf Namen nennt er für dieses Wochenende im Spezialspringen Halvor Egner Granerud und in der Nordischen Kombination Jarl Magnus Riiber als die Favoriten, die es zu schlagen gelte.
In Klingenthal seien jetzt noch einmal alle Spitzenleute versammelt. Umso bedauerlicher sei es, dass kein Publikum dabei sein darf, meint Witlof Hofmann und hofft, dass wenigstens das Wetter an beiden Tagen mitspielt und faire Wettkämpfe ermöglicht.
Immerhin gibt es Fernsehübertragungen der Wettkämpfe mit je zwei einzelnen Wertungen, in den öffentlich-rechtlichen Sendern und auf Eurosport.
Heute, 9 Uhr, beginnt in der Kombination der Sprunglauf, 11 Uhr der Langlauf. Morgen sind die Termine 9.30 Uhr und 11.30 Uhr. Im Spezialspringen beginnt heute und morgen der erste Wertungssprung mit 50 Startern 14.30 Uhr mit anschließendem Finaldurchgang. Helmut Schlangstedt