Welche Kräutlein auf der Wiese wachsen

250 Leute gehen mit vier Kräuterweibern auf der Streuobstwiese bei Kloschwitz auf die Pirsch nach gesunden, wohlriechenden Pflanzen.

Von Jochen Pohlink

Rößnitz/Kloschwitz - "Mit einem solchen Zustrom an Besuchern konnte niemand rechnen. Aber das fast sommerliche Wetter und die Neugier der Gäste machte es möglich, dass über 250 Leute zu unserer Streuobstwiese kamen", freut sich Organisatorin Gisela Tempel. Die Bürgerinitiative zum Schutz von Natur und Umwelt von Gold- bis Rosenbach (BI) hatte am Samstagvormittag zum 6. Mal auf die Streuobstwiese zwischen Kloschwitz und Rößnitz eingeladen. Bürgermeister Steffen Raab eröffnete mit dem Vorsitzenden der Kröstauer Agrarproduktion und Handels GmbH Lutz Höhne  die Veranstaltung. Kunze machte dabei auf den Blühstreifen am Rande der Wiese aufmerksam, die als Bienenweide fungieren soll. Als Auftakt zu einer Aktion für das nächste Jahr übergab Thomas Hohl als Spende des Kreisverbandes von B90/Die Grünen zwei Nistkästen.
Bereitt die Zahl der unterhalb und oberhalb des Terrains geparkten Fahrzeuge ließ drauf schließen, dass viele Besucher mit den vier "Kräuterweibern" auf die Pirsch nach Wildkräutern gehen wollten. Von denen erfuhren die 40 bis 50 Teilnehmer pro Gruppe, welches Kräutlein als Hausmittel für was gut ist. Silke Tschiedel aus Gutenfürst hatte beim Rundgang aufmerksam zugehört und eine ganze Reihe von Pflanzen in ihrem Körbchen: "Ich finde solche Aktionen gut, denn ohne zu wissen, wie man die Pflanzen verwendet, betrachtet man viele eben nur als Unkraut." Am zentralen Ausgangspunkt hatten Helfer der BI alle Hände voll zu tun, um eine Unzahl von übergroßen Wraps vorzubereiten und auszubacken, die mit Wildkräutern als Füllung gefertigt waren. Händler boten Naturprodukte, wie Suppenzutaten, Honig oder selbstgefertigten Limonaden an und bald füllten sich die Sitzreihen an den Tischen mit Gästen. Petra Jeschek, die mit ihrem Mann vom Kräuterhof Lottengrün das Fest mit einem Stand bereicherte: "Man ist erstaunt, dass sich so viele Besucher für Wildkräuter interessieren und bei meiner Führung kam ich kaum nach, alle Fragen zu beantworten." Das setzte sich an ihrem Stand fort, an dem auch Anita Seifert aus Pausa ihre Brotaufstriche anbot. Um auch Kinder teilhaben zu lassen, hatte Tempel eine Anzahl an getopften Lungenkrautsetzlingen mitgebracht, die von den Mädchen und Jungen am Rande des Blühstreifens eingepflanzt wurden. "Wir werden die Initiative von Thomas Hohl aufgreifen und die Kinder animieren, Nistkästen zu bauen, die dann 2020 im Gelände angeordnet werden. Es kann nicht früh genug begonnen werden Kinder für die Natur zu interessieren. Dass wir dabei von Gemeinde und Feuerwehr so gut unterstützt werden und in Herrn Kunze einen guten Partner haben, finden wir ausgesprochen gut", sagte Tempel.