Weißes Reh im Vogtland gesichtet

Jägerin Marianne Grieser hat etwas besonderes beobachtet: Ein weißes Reh. "Ich habe das Tier schon vier, fünf Mal gesehen, zum Beispiel an der Kalkgrube Richtung Ebersgrün und am Wolfshainer Kreuz", sagt die Frau aus Pöllwitz. Bis auf 60 oder 70 Meter sei sie an das weiße Reh herangekommen.

Im Auftrag der beiden Pächter, einem Brüderpaar aus Westdeutschland, kümmert sich die 67-Jährige um die Hege und Pflege der beiden "grenzüberschreitenden" Jagdreviere Wolfshain (in Thüringen) und Ebersgrün (in Sachsen); dazu gehört auch das Bestücken der Kirrungen, von Futterstellen also, die das Wild abhalten sollen, Schaden an landwirtschaftlichen Flächen zu verursachen.

Unklar bisher, ob das Reh männlich oder weiblich ist. "Es pendelt zwischen den Revieren", sagt Frau Grieser. Das letzte Mal habe sie es Anfang des Jahres gesehen. Tier-Albinos seien nicht ungewöhnlich und kämen öfter vor. Für die weiße Färbung sei ein vererbter Pigmentfehler verantwortlich.

Würde Frau Grieser das Reh schießen? "Nein, auf keinen Fall - aus zwei Gründen: Erstens habe ich schon mal ein weißes Reh aufgezogen, was leider gestorben ist. Und zweitens glauben Jäger, dass es Unglück bringt, wenn man ein weißes Reh schießt." Schießen kommt für Frau Grieser bis Oktober sowieso nicht in Frage - wegen einer anstehenden Augenoperation. "Trotzdem gehe ich jeden Tag in den Wald, mit meinem Dackel Hatz", sagt die Jägerin, die erst mit 61 Jahren den Jagdschein gemacht hat. ufa