Weischlitzer Räte nicken Mehrkosten ab

Die Weischlitzer Gemeinderäte gaben am Montagabend rund 42 300 Euro außer- und überplanmäßiger Ausgaben aus dem Jahr 2009 ihre Zustimmung. Es handelt sich dabei um Positionen des Haushalts, die im Voraus nur schwer zu planen waren und nun nach der Endabrechnung die Planzahlen übersteigen.

 

"Eigentlich hätten wir diesen Nachtragshaushalt im Dezember beschließen müssen", begründete Bürgermeister Steffen Raab die Verzögerung insbesondere mit einer längeren Krankenzeit der Kämmerin. Er betonte jedoch auch, dass die Mehrausgaben den Haushalt nicht zusätzlich belasten. "Sie konnten durch Mehreinnahmen oder Minderausgaben bei anderen Haushaltsstellen gedeckt werden." Teurer als geplant wurden insbesondere die Beiträge zur Rechtsschutz- und Vermögensschaden-Versicherung. Kaum zu glauben: Der stellvertretende Gemeindewehrleiter übte lange Zeit sein Ehrenamt ohne Zahlung der entsprechenden Aufwandspauschale aus, obwohl ihm diese laut Satzung zusteht.

 

Irgendwer hat das bemerkt. Nun schlägt die Nachzahlung mit gut 1400 Euro zu Buche. Die Heizkosten in der Mittelschule liegen mit etwa 10 000 Euro um rund 50 Prozent höher als veranschlagt. Gleiches gilt für die Turnhalle, deren Heizkosten mit 5500 Euro überschritten wurden. Den ansteigenden Kosten bei der Schülerspeisung von 1840 Euro stimmten die Räte nur zu gerne zu. "Es ist eine freiwillige Aufgabe, die sich unsere Kommune leistet", betonte Klaus Winkler. Dennoch tue man das gerne. "Einerseits wollten wir die Schülerspeisung für alle Schüler finanziell erschwinglich machen, andererseits mehr Kindern eine warme Mahlzeit sichern helfen", so Raab. Dieses Ziel sei erreicht, was die Nachzahlung beweise.

 

Auch der Strom ist teurer geworden. Für die Straßenbeleuchtung in Weischlitz und den Ortsteilen sind knapp 3500 Euro mehr zu berappen als mit 44100 Euro geplant war. Wenngleich schon jetzt hier und da Straßenlampen dunkel bleiben, die Gemeinderäte einschätzten, kaum noch mehr drosseln zu können, ermunterte Raab die Einwohner zum Mitdenken.  "Falls irgendwo in den Ortsteilen noch auf die eine oder andere Lampe verzichtet werden kann, würden wir uns über eine Mitteilung freuen." Die einzig wirklich erwartete Kostensteigerung betrifft die teilenergetische Sanierung im Kopfbau der Vereinssporthalle.

 

Dort wurden wohl wissend, dass die Summe nicht reichen wird, 14900 Euro aus dem Konjunkturpaket II eingestellt. "Das war der Rest aus dem Förderprogramm. Mehr war nicht mehr da." Da aber die Sächsische Aufbaubank verlangte, zur Wirksamkeit der Maßnahme ausnahmslos alle Fenster auszutauschen, war klar, dass die Kommune für die Differenz selbst in die Tasche greifen muss. va