Weischlitzer ist neuer Leiter des Freilichtmuseums

Ab Februar 2010 hat das Freilichtmuseum Landwüst einen neuen Leiter. Der 33-jährige Weischlitzer Tobias Müller machte am Donnerstag im Reigen der sechs in die engere Auswahl gekommenen Bewerber vor dem Beirat der Vogtland Kultur GmbH das Rennen. Derzeit ist der junge Mann als wissenschaftlicher Redakteur für museale Schwerpunkte an der Leipziger Universität tätig. "Wir erhoffen uns von ihm frischen Wind in den Museumsstrukturen", zeigte sich Landrat Tassilo Lenk gestern während des Pressegesprächs von der getroffenen Wahl durchweg überzeugt. Schon zu Beginn des Einstellungsgesprächs habe sich bei ihm hohes Vertrauen zu dem jungen Mann gebildet. Dem stimmte auch Jens Pfretzschner, Geschäftsführer der Kultur GmbH zu. "Er kam ohne Zettel, hat frei von der Leber weg erklärt, wie er sich die Live-Arbeit vorstellt und sofort regional gedacht", schilderte Lenk. So wolle Müller perspektivisch auch mit dem Museum Eubabrunn Gespräche führen und die aktiven Landwüster Einwohner verstärkt in die Arbeit einbinden. Einen Wieder-Zusammenschluss beider Museen betrachtete Müller "selbstverständlich nicht als ausgeschlossen". Dass es sich bei Tobias Müller um den Sohn des Ex-Bürgermeisters Uwe Müller aus Weischlitz handelt, sei vor dem entscheidenden Gespräch am Donnerstag den Beiratsmitgliedern nicht bekannt gewesen, erklärte Lenk. Insgesamt 30 Interessenten "mit sehr unterschiedlicher Qualifizierung" hatten sich um den Job beworben. Unter ihnen auch Ina Skerswetat, welche einst in Landwüst tätig war und nach der Trennung der Museen Landwüst und Eubabrunn in letzterem als wissenschaftliche Mitarbeiterin fungiert. Sie allerdings knüpfte an die Bewerbung die Bedingung, beide Museen wieder zu vereinen und die Trägerschaft zu überdenken. "Der Beirat hat sich dazu sehr zurückgehalten", so Lenk. Derartige Strukturänderungen seien zumindest nicht im Moment aktuell. Insofern war Skerswetats Bewerbung nicht verwendbar. Überhaupt scheinen nach dem gestrigen Pressegespräch Strukturveränderungen oder zumindest Diskussionen darum in weite Ferne gerückt. Als einen "Prozess des Werdens und Wachsens" bezeichnete Lenk die Trägerfrage. "Wenn die kommunikative Basis zwischen den Mitarbeitern stimmt, dann sind Strukturen unbedeutend", ergänzte auch Pfretzschner. Das gestörte Verhältnis zwischen der Mitarbeiterin Gabriele Maiwald und den anderen Angestellten, sah Pfretzschner nicht als Problem an. "Der Neue wird nicht zwischen zwei Stühlen sitzen." Wie das genau realisiert werden solle, dazu hüllte er sich vorwiegend in Schweigen. Doch dass über eine Umbesetzung Maiwalds innerhalb der Kultur GmbH nachgedacht werde, räumte er schließlich ein. Bis wann? "Herr Müller fängt nach der noch einzuhaltenden Kündigungsfrist zum 1. Februar mit seiner Arbeit an", so Pfretschner. Bis dahin sollen noch einige interne Vorbereitungen getroffen werden, um dem neuen Leiter einen guten und sofortigen Start zu gewährleisten. Fürs Erste wird von Müller intensive museale Arbeit erwartet. Daher soll ihm übergangsweise weiterhin Steffen Gerisch für organisatorische und logistische Probleme zur Verfügung stehen. "Ich denke, nach einem halben Jahr etwa wird das nicht mehr nötig sein", so Lenk. Im Übrigen übergab Lenk gestern die im Sommer zur Chefsache erklärte "Angelegenheit Freilichtmuseum Landwüst" wieder in die hoheitliche Verantwortung der Kultur GmbH. "Nach all den Turbulenzen dürften mit der jetzt erfolgten Nachbesetzung wieder Ruhe und Ordnung in Landwüst einziehen."