Weisbachsches Haus putzt sich

Graue Fenster, heller, sandfarbener Putz und Natursteinarbeiten an Fenster- und Türgewänden stehen an bei der Sanierung des Weisbachschen Hauses. Dafür gibt es Denkmalmittel. Gesucht wird für die bessere Vermarktung bis zum Sommer außerdem ein spritziger Name für das Plauener Spitzenzentrum.

Plauen Stolz reckt sich das einstige Manufakturgebäude und erinnert an glanzvolle Zeiten. Auf der Bautafel an der Böhler Straße wird schon mal in die Zukunft geblickt. Wer davor steht, kann sich dort bereits ausmalen, wie es sein wird, wenn im Jahr 2023 das Textilzentrum Plauener Spitze seine Pforten für Besucher öffnet. Ein imposanter Glasbau verbindet die Gebäudeteile im Hinterhof. Dargestellt ist das künftige Museum mit Blick von der Böhler Straße aus. Heller, sandfarbener Außenputz, doppelwandig verglaste Fenster in einem Grauton und im Inneren ein schlichter Kalkputz sind umzusetzende Vorgaben des Denkmalschutzes.
Die Sanierung des Kulturdenkmales Weisbachsches Haus stellt alle Beteiligen vor enorme Herausforderungen. Denn nicht nur der Zahn der Zeit nagte an der Gebäudestruktur, problematisch sind auch die stetig steigenden Preise für Baustoffe, die immer knapper werdenden Materialien und auch Handwerker, die auf solch anspruchsvolle Restaurierungen spezialisiert sind sind rar. Baubürgermeisterin Kerstin Wolf weiß das. Um so mehr freut sie sich, wenn sich Wege auftun, um Fördermittel gerade für Denkmalschutz zu erhalten. Aus diesem Grund verständigten sich gestern vor Ort während einer Baustellenbegehung Vertreter verschiedener Denkmalschutzbereiche. Das weitere Vorgehen wurde besprochen. "Hier wurde großartige Vorarbeit geleistet", lobte Annette Mittring, ihres Zeichens Projektreferentin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Aus ihrem Hause sollen 350.000 Euro Fördermittel fließen in einem ersten Förderschritt. "Die Zusage geht in den nächsten Wochen raus", versicherte die Fachfrau beim Pressegespräch unter freiem Himmel. Aus Sicherheitsgründen hatten sich Pressevertreter und Denkmalschützer in den Weisbachschen Garten begeben mit Blick auf die Gebäudeteile und deren unterschiedlichen Bauzustand.
Augenmerk liegt aktuell auf dem linken Gebäudeteil, Bleichstraße 1, das zum Forum für Textil und Spitze um- und ausgebaut wird. Einfachverglaste alte Industriefenster werden von einer Fachfirma aufgearbeitet und später so aufgesetzt, dass eine doppelwandige Wärmeschutzverglasung entsteht. Das Weisbachsche Haus besteht aus den Gebäudeteilen Bleichstraße 1,3,5 und 7, die zu unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden jedoch als Einheit wirken von der Fassadengestaltung her. Dieses Gesamtbild soll Abschnitt für Abschnitt erhalten bleiben.
Offiziell trägt das Haus bisher den Namen "Weisbachsches Haus Plauen - Deutsches Forum für Textil und Spitze". Für die Vermarktung sucht die Stadt allerdings nun einen schlagkräftigen, spannenden, eindeutigen, vielleicht etwas unterhaltsamen, aber auf jeden Fall "Lust auf mehr"-machenden Marketingnamen. Dieser soll in diesem Sommer gefunden werden.
Die Stadt hatte am 26. April begonnen, Agenturen zur kreativen Teilnahme aufzufordern. Ende Mai müssen die Vorschläge bei der Stadt eingereicht sein. Eine Jury ermittelt die Top 5. Dann sind die Plauener gefragt. Im Juli/August sollen sie, wie auch eine weitere Fachjury mit Stadtratsvertretern, Bürgermeister und Museumsdirektor über die Top 5 abstimmen. Ende September sollte dann das Kulturdenkmal seinen Namen haben. Marlies Dähn