Wegen Schülerstreichs Schule evakuiert

Ein 16-jähriger Schüler soll hinter der Bombendrohung vom Montag stecken. Die Polizei spricht von einem Schülerstreich. Der wird dem Teenager teuer zu stehen kommen.

Von Cornelia Henze

Plauen Der Junge hat einer zwölfjährigen Schülerin in einem unbemerkten Moment das Handy aus dem Schulrucksack gestohlen, dann die Nummer der Rettungsleitstelle gewählt und damit gedroht, eine Bombe "in der Hufeland" hochgehen zu lassen. Dann hat der junge Mann das Handy in den Rucksack zurückgelegt. So in etwa müsse sich die Tat abgespielt haben, rekonstruiert Polizeisprecher Christian Schünemann. Ereignet hat sich das alles am Montag gegen 8 Uhr, dem ersten Schultag nach den Ferien. Durch seinen "Scherz" setzte der Jugendliche die Evakuierung von über 600 Menschen aus Hufeland-und Wartberg-Schule in Trab, viele in Angst und Sorge, dazu ein Polizei- und Ermittlerteam samt Sprengstoffspürhund. Eine Szene wie aus dem Film. Noch am gleichen Tag führte die Telefonnummer,die der Anruf als Spur hinterließ, die Ermittler zur Halterin des Handys: Einer zwölfjährigen Hufeland-Oberschülerin, die noch, während sie mit den Mitschülern in der Festhalle aufhielt, befragt wurde. Schnell sei klar gewesen, dass nicht das Mädchen die Bombendrohung ausgesprochen haben konnte, so Schünemann. Das Mädchen gab an, dass ihr Rucksack für einige Zeit unbeaufsichtigt in einem anderen Klassenraum gestanden habe. Den Moment nutzte der mutmaßliche Täter für den Diebstahl. In der Festhalle wurden noch andere Schüler und Lehrer befragt. Einige der Zeugen hatten den 16-Jährigen in der Nähe des Zimmers und des Schulrucksackes gesehen. Die Falle schnappte am Dienstag zu. Gründe für die Tat habe der 16-jährige Hufeland-Schüler bisher noch nicht angegeben. Von der Schulleitung soll der Schüler vorübergehend vom Unterricht befreit worden sein. Gegen den jungen Mann wird nun wegen Störung des öffentlichen Firedens durch Androhung einer Straftat (Paragraph 126 Strafgesetzbuch) ermittelt. Hierfür können einem Erwachsenen eine saftige Geldstrafe oder eine Haftstrafe bis zu drei Jahren blühen. Für den 16-Jährigen gilt Jugendstrafrecht.
EineBombe wurde am Montag nicht gefunden. Nach dem dreistündigen Ausflug in die Festhalle waren alle zu Mittag in den Klassenzimmern zurück.