Wechsel an Spitze des Plauener Klinikums

Nach sieben Jahren übergibt der bisherige Ärztliche Direktor des Helios Vogtland-Klinikums, Prof. Dr. Lutz Kowalzick, den Staffelstab an seinen bisherigen Stellvertreter, Dr. Oliver Schilling.

Plauen - Es sei Zeit für einen Generationswechsel begründete am Montag Prof. Dr. Lutz Kowalzick seine Entscheidung, das Amt des Ärztlichen Direktors an Dr. Oliver Schilling zu übergeben. Doch das ist gewissermaßen nur die halbe Wahrheit. Denn Prof. Kowalzick, der vor über 18 Jahren nach Plauen kam und seit 1995 als Chefarzt der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie wirkt, ist auch außerhalb des Klinikums ein bekannter und vielbeschäftigter Mann.

Da wäre zunächst sein Engagement als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Plauener Stadtrat zu nennen, sein ehrenamtliches Wirken für den VFC und seine Arbeit im Serviceclub Kiwanis - der Professor ist übrigens derjenige, denen die Plauener es zu verdanken haben, dass die Bigband der Bundeswehr auf Einladung von Kiwanis regelmäßig in Plauen gastiert. Noch was vergessen? Natürlich, zu Jahresbeginn erfolgte seine Berufung zum Vorsitzenden der Erich Ohser e.o.plauen-Stiftung.

Mit der Entscheidung, das Amt des Ärztlichen Direktors an seinen bisherigen Stellvertreter zu übergeben, wolle er sich verstärkt "aufs Kerngeschäft konzentrieren", sagt der für seinen subtilen Humor bekannte Arzt. Und befragt nach einem konkreten Anlass für seine Entscheidung fügt er fast spitzbübisch an: "Wenn der Fahrstuhl oben ist soll man aussteigen." Es sei leichter, den Staffelstab weiter zu reichen, wenn man was erreicht und bewegt habe.

Geschäftsführer Marcus Sommer, seit vier Jahren in dieser Funktion am Klinikum tätig, dankte Prof. Kowalzick für diese Zeit guter Zusammenarbeit. Es sei für einen Geschäftsführer stets eine große Hilfe und Unterstützung, wenn der Ärztliche Direktor bereits im Amt sei, wenn man selbst eine neue Funktion übernehme. In die Amtszeit Prof. Kowalzicks falle beispielsweise die Etablierung neuer Fachabteilungen, die Erhöhung der Patientenzufriedenheit und die Erfüllung wichtiger medizinischer Parameter. Vor allem auch die Realisierung des zweiten und dritten Bauabschnittes, die Sommer als Higlights charakterisierte.

Gemeinsam war und ist man am Vogtland-Klinikum bemüht, innerhalb des Helios-Konzerns besser als der Durchschnitt zu sein, erläuterte Prof. Kowalzick. Von den vorgegebenen und angestrebten 40 medizinischen Zielen habe man derzeit 90 Prozent erfüllt. Auf etwa 15 Prozent bezifferte Prof. Kowalzick den Anteil der Arbeitszeit, der in das Amt des Ärztlichen Direktors investiert werden müsse, Tendenz steigend. Dennoch sei es reizvoll, den mit dieser Funktion verbundenen Gestaltungsspielraum auszuschöpfen, so der 56-Jährige. So gehört zu den Aufgaben des Ärztlichen Direktors unter anderem die Kontrolle der strengen Hygienstandards und die Leitung der ein Mal monatlich stattfindenden Chefärzte-Beratung. Nicht zuletzt muss der Ärzte-Chef ein "Auge darauf haben", dass sich "seine" Mediziner regelmäßig fachlich qualifizieren und weiterbilden.

Nein, ganz spontan sei die Entscheidung nicht gefallen, sagt der nun scheidende "Ärztliche", der sich sichtlich zu freuen scheint, nun wieder mehr Zeit für seine wissenschaftliche Tätigkeit zu haben - immerhin ist er in der Fachwelt seit vielen Jahren auch als Autor wissenschaftlicher Publikationen geachtet. Die Reaktion seiner Frau? Die habe sich gefreut, sagt Prof. Kowalzick, zweitältester im Amt befindlicher Ärztlicher Direktoren der sächsischen Helios-Kliniken.

Sein Nachfolger Dr. Oliver Schilling, seit fünf Jahren Chefarzt des Zentrums für Radiologie, bringt ebenfalls große Erfahrungen und Vorkenntnisse in das neue Amt ein, das vor ihm Prof. Klaus-Dieter Waldmann und Prof. Lutz Kowalzick innehatten. Gut organisiert sei man familiär schon länger, lächelt der 44-Jährige, der vor seiner Zeit in Plauen in Leipzig arbeitete. Nach dem Umzug ins Vogtland mit zwei kleinen Kindern und keinen Großeltern in der Nähe, sei manchmal schon Improvisationstalent gefragt gewesen. "Aber inzwischen sehen wir das ganz gelassen." Stellvertreter von Dr. Schilling im Amt des Ärztlichen Direktors wird Dr. Hans Neuser, Chefarzt der Kardiologie.