"We have a Stream"

Das für Freitagabend angekündigte Livestreamkonzert in der "Alten Kaffeerösterei" fand erst am Samstag statt. Gut, dass das Team so flexibel war und das musikgierige Publikum dafür auch Verständnis aufbrachte.

Von Stephanie Rössel

Plauen Die Technik war bereit, das Licht an, die Kameras liefen und die Musiker gingen in Position. "Wir gehen jetzt live!", rief Oliver Naumann. Und dann - passierte nichts.
Nach ambitionierten Versuchen, den Stream doch noch zum Laufen zu bringen, musste man sich der Technik geschlagen geben und beschloss, es am nächsten Abend erneut zu versuchen.
"We have a Stream", tönte es am Samstag ab 20 Uhr dann über die verschiedenen Plattformen nach draußen. Fast eineinhalb Stunden bewiesen die Jungs von AFMI nicht nur Ausdauer, sondern auch, dass sie wirklich Freude am Musizieren haben.
Jörg Piesendel, Jens Wunderlich und Marius Leicht gehören zum Arbeitskreis für moderne Instrumentalmusik. Wenn sie spielen, dann ist das im wahrsten Sinne des Wortes einmalig.
"Es gibt keinen Plan, keine Songs, wir improvisieren", sagen die Musiker und bewegen sich nach eigenen Angaben irgendwo zwischen Elektro und Jazz. Jeder Auftritt ist spontan. Geprobt wird nicht.
Der letzte Auftritt war 2019. Kaum zu glauben eigentlich, bei dem was man beim Livestreamkonzert zu sehen und hören bekam. Von hohen, eindringlichen Tönen bis hin zu tanzbaren Beats war alles dabei, was die Instrumente hergaben. Dabei ist das nicht nur für Zuhörer, sondern auch die Band selbst immer eine Überraschung.
Jazz in besonderer Form, experimentell und gern auch mit Gastmusikern - im Übrigen sind sie bereits seit weit über 20 Jahren auf den Bühnen unterwegs.
"Vielleicht war es Fügung, dass dieses für den Freitag geplante Konzert wegen technischer Probleme schlussendlich auf den Samstag verschoben werden musste. Der Samstagabend war jedenfalls aus unserer Sicht dann großartig für uns. Bedanken möchten wir uns vor allem bei der Alten Kaffeerösterei, die alles noch in den Griff bekamen, sodass wir uns wirklich frei spielen könnten", sagt die Truppe im Nachgang an das Konzert und hat sich an diesem Abend durchaus den einen oder anderen neuen Fan "erspielt".