Wasserskisprung-WM in Klingenthal: Anthony fliegt allen davon

25 fliegende Männer in Badehosen und Skiern an den nackten Füßen: Das war die Wasserskisprung-Weltmeisterschaft von Klingenthal 2016. Am weitesten und damit aufs Siegertreppchen katapultierte sich Anthony Ulbert. Der belegte schon einmal Platz eins.

Klingenthal - Das schlechte, nicht ganz optimale Wetter, hielt zumindest 25 wackere, kälteunempfindliche Springer im Alter zwischen 19 und 55 Jahren nicht von dem Gaudi- Sport ab. Auch die Zuschauer ließen es sich nicht verdrießen und verfolgten am Sonntag gespannt den Wettkampf.

Viele der Teilnehmer sind ehemalige erfolgreiche Klingenthaler Wintersportler, wie Steve Röder oder André Pschera. Die Ex-Profis sicherten sich die vorderen Plätze. Anthony Ulbert belegte wieder Platz 1, Neuling Walter Thalmann aus Harzgerode und jüngster Springer Platz 2. Mike Arnold, Sieger 2013, folgte auf Platz 3.

Bemerkenswert auch die Leistung von René Kummerlöw, mit Jahrgang 1967 einer der ältesten Teilnehmer und seinerzeit letzter Sieger auf der Aschbergschanze. Er belegte Platz 5 mit nur wenigen Punkten Rückstand zum Bestplatzierten. In diesem Jahr ist es genau 80 Jahre her, dass in der Klingenthaler Dürrenbachstraße das Freibad eröffnet wurde. Errichtet wurde es mit seinem 50 Meter-Becken und der Terrassenanlage seinerzeit vom Reichsarbeitsdienst.

Seit 2002 wird es von der Wasserwacht betrieben, und 2006 startete die erste Wasser-Skisprung- WM als Spaßveranstaltung. Gleich zwei Jubiläen zum Badfest am Wochenende also, die vom Wetter mit zeitweise heftigem Regen sabotiert wurden. Anders als sonst zu diesem Anlass hielt sich die Zahl der Besucher daher in Grenzen und konzentrierte sich bevorzugt im Imbiss- und Getränkebereich. Gähnende Leere gar auf den Terrassen. So konnte die Vorführung der Wasserwacht, bei dem ein aus einem Boot gefallenes Mädchen vor dem Ertrinken gerettet und Erste Hilfe geleistet wird, nur von relativ wenigen Zuschauern verfolgt werden.

Neu war die Bierstaffel, zu der sich drei Mannschaften mit jeweils vier Teilnehmern eingefunden hatten. Die Aufgabe: 50 Meter schwimmen und anschließend einen gereichten Becher mit 0,4 Liter Bier möglichst schnell austrinken. "Das ist gar nicht so leicht", schmunzelte Badchef Jörg Zander dabei. Nach dem Trunk durfte sich der nächste Schwimmer mit einem Hechtsprung an die Ableistung der gleichen Aufgabe machen.

Als Lohn winkte der Siegermannschaft ein 30-Liter-Fass Bier nebst Holzpokalen von Holzschnitzer Mike Rill aus Zwota für jedes Team. Schnelleres Trinken oder Schwimmen - je nach Fähigkeiten - nivellierten letztlich zwischenzeitliche größere Differenzen. Den Sieg sicherte sich mit 7:14 Minuten der Freundeskreis "Ichthyander", dessen Name auf den Russenfilm aus dem Jahr 1962 "Der Amphibienmensch" mit besagtem Namen zurückgeht. Den sahen damals 65 Millionen Zuschauer!

Mit 7:20 Minuten war das Team der Wasserwacht nur wenig schlechter, und ebenso die "Klingenthaler Dynamos" mit 7:58 Minuten. Wegen des Wetters ging auch das Gaudi-Seilspringen auf einem Surfbrett etwas unter. Beachtenswert hier die achtjährige Joy Ziegler, die problemlos mehrfach über das Seil hüpfte.

Anders als Wasserwachtchef Frank Meinel, der als "Vorturner" wortwörtlich sofort baden ging. Freude kam zu späterer Stunde im Bierzelt mit Tanz und Public Viewing zur Fußball-EM auf. Das Feuerwerk zum Badfest gegen 24 Uhr wurde somit zum EM-Freudenfeuerwerk.