Wasser marsch im Freibad

Das Treuener Bad bewegt die Gemüter. Immer wieder stockte die Sanierung. Jetzt verbreitet die Bürgermeisterin Hoffnung auf eine Eröffnung im August.

Von Thomas Voigt

Treuen - Auf der Baustelle herrscht in diesen Tagen rege Betriebsamkeit. Spezialisten bereiten die Beckenböden für die Befüllung vor. Vorher wurden die neuen Edelstahl-Elemente verlegt. Aktuell wird geschweißt. 
Nun hofft die Rathaus-Chefin, dass die anstehenden Maßnahmen zügig vorangehen. Schon in den nächsten Tagen soll mit der Reinigung und Befüllung der Becken begonnen werden. Die nächste Hürde auf dem Weg zur Freibaderöffnung ist die Prüfung der Wasserqualität durch das Gesundheitsamt. Laut der Bürgermeisterin wird sehr streng geprüft. "Das Wasser muss Trinkwasserqualität haben." Für das gesamte System spielen die Filteranlagen eine wichtige Rolle. Zwei Jahre waren sie nicht mehr in Betrieb und müssen nun auf Herz und Nieren geprüft werden. Auf einen genauen Termin für die Wiedereröffnung wollte sich die Bürgermeisterin nicht festnageln lassen. Nur so viel: "Unser Ziel ist es, im August zu öffnen." Dann können die Sommerfrischler auch die neue Rutsche testen. Nach der Überprüfung durch Experten wurde die alte Rinne als nicht mehr nutzbar eingestuft. Weil sich die Tiefbauarbeiten für das Nachfolgemodell problematisch gestalteten, wurden die Fundamente größer dimensioniert. "Wir mussten vier Meter tief in den Boden", blickte Bauunternehmer Marcell Gerbeth zurück. 
Nach Informationen von Jedzig bleit der derzeit bestehende Zufahrtsweg für Baufahrzeuge bestehen. "Die Zufahrt wird ans Gelände angepasst." Später soll der Weg für den internen Freibadbetrieb genutzt werden. 
Aktuell laufen Tiefbau- und Pflasterarbeiten. Die neuen Steine werden in wasserdurchlässigen Spezialbeton verlegt. "Das ist alles sehr aufwendig", weiß Jedzig. Durch das Auswechseln der gesamten PVC-Verrohrung im Freibadgelände musste der gesamte alte Pflasterboden entgegen der ursprünglichen Planung erneuert werden. Entgegen der Bestands-Information wurden größtenteils Leitungen aus PVC statt aus beständigerem Polyethylen verlegt. Aufgrund von Materialermüdung wiesen die PVC-Rohre Risse auf. Während der Auswechslung stellten die Fachleute weitere Mängel fest. Die Energieverkabelung entsprach nicht mehr den Anforderungen. Auch diese Kabel wurden im Zuge der Maßnahme erneuert. Bei dieser Gelegenheit verlegten die Verantwortlichen die spritzwasserempfindliche Steuertechnik vom Pumpenhaus ins Filtergebäude. 
Große Probleme gab es mit den bestehenden Bodenplatten beider Becken. Trotz positiver Bewertung durch ein Ingenieurbüro mussten diese letztlich durch neue ersetzt werden. Beim Bohren der Dübel-Löcher für die Befestigungen der neuen Edelstahl-Beckeneinfassungen stellten die Sachverständigen fest, dass die Bodenplattenstärke extreme Schwankungen aufwies. In der Folge musste die Edelstahlkonstruktion komplett wieder abgebaut werden. Anschließend wurden die Bodenplatten abgebrochen und neu gegossen. Dadurch entstand ein großer Zeitverzug. Eigentlich sollte das Bad schon voriges Jahr eröffnen. Ein Jahr zuvor wurde die Anlage aufgrund von Rissen im Beckenboden geschlossen. 
Die geplanten Kosten für die Freibadsanierung von 1,6 Millionen Euro sind längst überschritten. Nach derzeitigem Stand stehen 2,1 Millionen Euro zu Buche. Die Stadt stemmt alles ohne Fördermittel in Eigenleistung. Lässt man die Nebengebäude außer Acht, kommt die Sanierung fast einem Neubau gleich. Obwohl vieles nicht nach Plan lief, steht die Bürgermeisterin immer noch hinter der Entscheidung, das Bad für Treuen und den ländlichen Raum zu erhalten. 
Nach dieser Odyssee hoffen alle Beteiligten, dass in den nächsten Wochen alles glatt läuft. Die große Eröffnungs-Party wird im nächsten Jahr nachgeholt, versprach Jedzig.