Was mit Fäusten begann - endete im Bombenkrieg

Brunhild Münchow legte gestern Nelken an der Gedenkplatte am Reichenbacher Markt ab, die an die Ereignisse vor genau 86 Jahren erinnert: SS und SA haben am 21. März 1933 Gegner des Naziregimes im damaligen Volkshaus gefoltert und zwei in den Tod getrieben. Kommunisten und Sozialdemokraten waren die größten Leidtragenden. Oliver Großpietzsch, der heutige SPD-Vorsitzende der Stadt, schilderte das historische Geschehen: Den Vandalismus der braunen Horden, ihre Gewalt und Menschenverachtung. Zwei Monate wurde das Haus als Internierungslager benutzt - für 1200 Menschen. "Die Gaststube war der Folterraum, wo Gefangene malträtiert wurden, um ihren Willen zu brechen und Geständnisse zu erpressen." Auch Oberbürgermeister Raphael Kürzinger sprach zu den rund zwei Dutzend Anwesenden - und brachte zwei Daten der Reichenbacher Geschichte zusammen: Die Ereignisse am 21. März 1933 hängen nach seinen Worten direkt zusammen mit der Bombardierung der Stadt genau zwölf Jahre später: Am 21. März 1945 starben 161 Menschen. Daran wurde gestern ebenfalls erinnert.   ufa