Was eine Pausaerin auf dem Jacobsweg erlebte

Bericht aus Spanien: Auf den Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela war Isolde Schwabe unterwegs. Und vom Pilgerort im Nordwesten Spaniens folgte die Reise nach Bilbao. Vom 8. April bis zum 5. Mai 2005 dauerte die Tour. Insgesamt 1600 Kilometer war sie lang, davon fuhr die Pausaerin mit einer bayerischen Begleiterin 1400 Kilometer mit dem Fahrrad. "Nur die letzten 200 Kilometer nutzten wird den Bus", erzählte sie am Freitagabend. Da war sie beim Stammtisch im Heimateck zu Gast. Dieser war mit 27 Anwesenden sehr gut besucht.

Mit dem Pilgerausweis, ausgestellt von der fränkischen St. Jacobs-Gesellschaft in Würzburg (Kosten 5 Euro) begann alles. Diesen Ausweis hatte die sportliche 72-jährige Pausaerin beantragt - dank der Initiative einer Münchnerin, mit der Frau Schwabe alljährlich bei der BR-Radl-Tour dabei ist. Mit dem Zug reiste die Pausaerin nach München und von dort flogen die beiden Frauen nach Sevilla.

Mit dem Trekkingrad, 27 Gänge, ging es los. Übernachtet wurde in Herbergen, manchmal auch in Hotels. "Das Wetter war durchwachsen, eher kalt. Wir mussten 200 Kilometer mit dem Rad fahren und dies im Pilgerausweis durch Stempel nachweisen", berichtete Frau Schwabe, die auch stolz ihre Urkunde aus Santiago de Compostela zeigte. Die erhielt sie dort nach der langen Reise vom Süden bis zum Norden Spaniens.

Große und kleine Städte hatten die Frauen durchfahren. Manchmal Nationalstraßen, unseren Bundesstraßen vergleichbar, oft aber auch steile Berge hinauf, eben anspruchsvoll. Die Tagestouren waren zwischen 40 und fast 100 Kilometern lang. Viel Mühe hat sich die Pausaerin mit ihren Reisebericht gegeben. Nicht zuletzt auch, weil sie diesen in Reimform fertigte; die Verse füllen einige DIN-A 4-Seiten.

Dabei gab es natürlich auch lustige Begebenheiten, wie das Schnarchen der männlichen Mitbewohner in den Herbergen, wo man sich selbst verpflegen und Schuhe samt Strümpfen vor die Zimmertür stellen musste; es kam durchaus vor, dass Männlein und Weiblein in den großen Schlafräumen gemeinsam nächtigten. "Interessant fand ich dort die Waschbecken", erzählte Frau Schwabe, "die hatten an der Vorderseite eine Rubbelfläche, damit man die Wäsche darin waschen konnte".

Natürlich ging es nicht ohne Rad-Reparatur ab. So mussten ein Ständer ersetzt und die Bremsen erneuert werden. Und wie war es mit dem Essen? Satt sei man auch vom Pilgermenü geworden, das in verschiedenen Orten zum Preis zwischen sechs und neun Euro angeboten wurde. Dazu gab es eine Flasche Wein. In ihrem Bericht sprach Frau Schwabe auch von Kognak, von dem an manchem Abend ein Glas getrunken wurde. Hauptsächlich wurde Käse, Schinken und Kaffee genossen.

Passend fasste der Pausaer Heimatvereinschef Ekkehard Weigelt, der der Pausaerin für ihren Bericht dankte, den Abend zusammen: "Man sollte nicht groß nachdenken, sondern ganz einfach solche Touren in Angriff nehmen." j.st.