Warum Zwitter nicht einparken können

Bad Elster - Mit einer gewaltig irrwitzigen und facettenreichen Logik sorgte Deutschlands kleinster TV-Comedy Star Bernhard Hoëcker am Sonntag im ausverkauften König Albert Theater für derartig viele Lachsalven, dass den Zuschauern kaum noch Zeit fürs Luftholen blieb. Im Verlauf seiner wortgewaltigen Live-Show "Ich hab?s gleich" widmete er sich unter anderen mehrfach dem Thema der Geschlechter, über das er gerne in ausgiebiger Weise urkomisch zu philosophieren begann.

So zum Beispiel auch darüber, was wohl wäre, wenn es gar keine Geschlechter gäbe? Ganz entgegen der herkömmlichen Logik, gab es doch nach Hoëckers Theorie ursprünglich nur Zwitter und müsste es folglich also richtig heißen "Warum Zwitter nicht einparken können und Zwitter nicht zuhören". Quasi als Freizeitphilosoph sinnierte er dann außerdem im wahrsten Sinne des Wortes auch noch an stichhaltigen Beweisen einer ganz speziellen Evolutionstheorie der Strudelwürmer. "Die hatten alle einen nadelspitzen großen Penis, aber es herrschte immer Streit wer denn das Männchen sein darf", erörterte Hoëcker und erläuterte: "Als die Evolution daher kam, gab es dann eine genetisch vorbestimmte Stichverletzung, bei der einem der beiden Würmer der Penis abhanden kam und deshalb bis heute vorbestimmt ist, wer einen solchen Kampf gewinnt".

 

Dem Geschlechtstrieb widmete er außerdem ein "Vater unser" und verwies darauf, dass die Bibel so alt sei, dass eigentlich gar keiner da reinschreiben konnte, was alles passieren würde. Auch einen kleinen Ausflug in die Welt der Tiere unternahm er mit den Zuschauern und meinte "Alle Tiere gehen fremd", wobei allen voran der Tausendfüßler natürlich im besonderen Vorteil sei, während es bei Igeln angeblich sogar Sadomaso-Praktiken gäbe.

"Wo war ich stehen geblieben?", fragte er, bevor er den verlorenen endlosen Faden seiner gedanklichen Geistesblitze wieder aufgreift und analog zunächst die Vorzüge des Systems der Memo-Eselsbrücken-Technik erklärte, damit man(n) den Namen der Freundin nicht vergisst, um dann hintersinnig als Betriebswirtschaftler mit vorzeitigem Studienabbruch den Kreislauf des Geldes am Beispiel der Wirtschaftskrise einer Leberwurstschnitte. Bei all dem lässt er das amüsierte Publikum ganz und gar nicht außen vor, kennt schon nach wenigen Minuten die Leute aus den ersten und letzten Reihen, und reagiert auf die Kommentare und Zwischenrufe der Zuschauer mit der ihm angeborenen schrillen Schlagfertigkeit.

Spontan findet er dann auch noch den vogtländischen Dialekt als eigenständige Sprache in Sachsen viel interessanter als sein Bühnenprogramm und stellt erstaunt fest: "Ihr benutzt keine Vokale und sprecht wirklich richtig das Vogtländische - und ich hatte es tatsächlich erst nur für einen Marketingtrick gehalten".  S. Adler