Warten auf Geburtstagsgäste

Plauen - Als "betrunkener Sachse" ist Olaf Böhme seit 20 Jahren auf den Bühnen unterwegs. Auch im Vogtlandtheater machte er mit Kuchen und Selters Station.

 

Auf Gäste für seine Geburtstagsfeier wartete Olaf Böhme am Freitagabend auf der Bühne des Plauener Theaters. Dabei hatte er doch gar keine eingeladen, weil die ihm "eh die Haare vom Kopf fressen und saufen und sich immer einer findet des das Bad voll kotzt", fiel ihm dabei ein. Und solange er wartete und so hin und her torkelt, erzählt er dem Publikum den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben. Von "dr Muddi", seiner Frau, die ihm bei einer Doppelhochzeit untergeschoben wurde, obwohl er doch die hübsche Christine ehelichen wollte, von seinen Kindern "dr Großen", "en Langen" und "dr Dicken" und seinem Enkel Rico, der als Einziger ganz sicher kommt, zumindest bis kurz bevor er anrief und absagte.

1990 erschuf Böhme den "Betrunken Sachsen", der einen Kultstatus im sächsischen Kabarett erlangte. Zwanzig Jahre und sieben Bühnenprogramme später verdiente auch er sich eine rauschendes Fest mit Kuchen und Selters bis zum Abwinken.

"Das einzige Mal in meinem Leben wo ich Alkohol getrunken habe, war vor der Doppelhochzeit. Davor nie und danach auch nie mehr, aber es ist einfach nicht mehr weg gegangen", findet er eine Erklärung für den Dauerrausch und holt sich damit nicht nur das Lachen sondern auch den Applaus der Zuschauer. Und weil das Warten doch länger dauert und Rätsel eine gute Möglichkeit zum Zeitvertreib sind, holt er erstmal seine Steuererklärung auf den Tisch. "Steuererklärung - von wegen, die erklären es ja gerade nicht. Aber zumindest ist sie schön bunt und die grünen Felder werden vom Finanzamt ausgefüllt. Deswegen habe ich da überall gleich ?danke? dahinter geschrieben. Und damit die wissen wer mit ich gemeint ist bei ?Ich rechne mit einer Steuererstattung? habe ich mein Foto im Copyshop drei Stunden lang so klein kopiert, dass es in das Kästchen gepasst hat. Jetzt könnte es jeder sein, aber die können es ja wieder hochkopieren", bringt er die Reihen zum Grölen.

 

Und während sich viele in einen Dauerlachzustand brachten, sich nicht nur über das gesprochene Wort, sondern auch die Mimik und Gestik amüsierten, war der Dresdener mit voller Ernsthaftigkeit bei der Sache, auch spontan schlagfertig und lustig wenn es auf Kosten des Publikums ging.