Warten auf Barbie

Wer war Maria Magdalena? Hure? Geliebte Jesu? Um die Heilige ranken sich viele Legenden. Die Museen Schloß Voigtsberg zeigen eine ihr gewidmete Sonderschau. Ein Exponat hängt beim Zoll fest.

Von Uwe Faerber

Oelsnitz - "Die Schau "Glaube & Mythos - Maria Magdalena" kann ab Sonntag besichtigt werden, morgen erfolgt die Eröffnung für geladene Gäste. "Die Ausstellung vereint 100 Exponate aus fünf Jahrhunderten. Leihgeber sind Museen und Kirchgemeinden, Privatpersonen und Künstler", sagt Museumsleiterin Tina Reitz.
Die Exposition in drei Sälen zeigt nach den Worten der 29-jährigen Kunsthistorikerin Gemälde und Gotische Holzfiguren, einen Kelch und Filmausschnitte, Video-Sequenzen, Bücher und die Barbie-Puppe eines argentinischen Künstlers. "Aber die Puppe liegt noch beim Zoll - nach drei Wochen Postweg. Wir erwarten Sie in der kommenden Woche."
Wer war Maria Magdalena? Frau Reitz zufolge stammt sie aus dem Dorf Magdala vom See Genezareth im Heiligen Land. "In Vergessenheit geraten ist, dass sie eine Apostelin war - neben den zwölf Aposteln, die landläufig bekannt sind. Sie hat als erste von der Auferstehung Jesu berichtet und die frohe Botschaft verkündet - dafür wurde sie drei Jahrhunderte verehrt. Das ließ dann nach, vermutlich, weil sie eine Frau war."
Frau Reitz zufolge zählte Maria Magdalena zu den Jüngern Jesu und war als einzige der Apostel bei seiner Kreuzigung dabei. "Erst im 20. Jahrhundert habe sich die Legende verfestigt, dass sie die Geliebte des Heilands war. Dazu hat wesentlich der US-amerikanische Autor Dan Brown beigetragen, der Autor von ,Sakrileg". Das Buch wird auch in der Ausstellung eine Rolle spielen."
Maria Magdalena hat sowohl Bildende aus auch Darstellende Künstler beschäftigt - und das spiegelt sich in der Ausstellung wieder: Lady Gaga ist in einem Musikvideo zu sehen - als Maria Magdalena, Sandra wird zu hören sein mit ihrem Hit von 1985 "I'll never be Maria Magdalena" - "Ich werde nie Maria Magdalena sein". Und auch der Film "Maria Magdalena" von 2018 spielt eine Rolle. 
Auch der esoterische Bereich werde in der Voigtsberger Ausstellung beleuchtet, in dem Maria Magdalena vorkommt: Mit Aura-Spray und Chakra-Öl könne sich jeder etwas Energie von der "Göttin der Weiblichkeit" zum eigenen Körper holen erklärt Frau Reitz, eine Zwickauerin, die in Marburg und Jena Kunstgeschichte studiert hat, leitet seit einem halben Jahr die Voigtsberger Museen und war dort zuvor als pädagogische Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin tätig. 
Beim Besuch des Vogtland-Anzeigers waren Frau Reitz, einige ihrer fünf Mitarbeiter und weitere Helfer mit dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt. Frau Reitz wird am Samstag den Einführungsvortrag halten. Ist die Rede schon fertig? "Nein, aber das Grundgerüst steht."
-----
www.schloss-voigtsberg.de