Warnstreik beim DRK: "Wir retten Leben - wer rettet uns?"

Kampfentschlossen zogen am Mittwoch ab 5.30 Uhr Mitarbeiter des DRK Rettungsdienstes Klingenthal durch Schönecks Innenstadt mit Trillerpfeifen, Sirenengeheul und Transparenten. "Jetzt reicht's" stand auf Plaketten an den neongelben Warnwesten.

Einschüchtern lassen wollen sich die Mitarbeiter nicht. Auch wenn Geschäftsführer Jörg Stingl überraschend in der Rettungswache Schöneck auftauchte. Verhandlungsbereit ist er nicht, wie Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen bestätigt. "Wir haben deshalb selbst einen Notdienst organisiert. Gefahr für Leib und Leben besteht nicht. Liegen bleiben aber Formalitäten", sagt sie.

Soziales Gehalt für soziale Arbeit wird gefordert. Lohnanpassungen gab es seit Jahren nicht. Bleibt der Arbeitgeber stur, folgt kommende Woche ein weiterer Warnstreik. "Kommt er an den Verhandlungstisch, kann er den Streik leicht abwenden", so die Gewerkschafterin. Autofahrer fahren vorbei, hupen, zeigen mit der Faust Solidarität. Auch viele Schönecker bestärken immer wieder die Rettungsdienstler in ihrem Arbeitskampf. Marlies Dähn