Wand an Wand mit Udo Lindenberg

Fans von Udo Lindenberg dürfen neidisch werden: Uta Mill hat den Panik- Rocker auf einem Kreuzfahrtschiff getroffen und war eine Woche seine Nachbarin. Das richtige Geschenk hatte sie dabei: Zigarren und Likör.

Zeulenroda/Jena - Bei Mechthild Schinnerling aus Zeulenroda ist die Freude groß: Kürzlich bekam sie ein Päckchen mit einer Udo-Lindenberg- CD samt handschriftlicher Widmung: "Hi Mechthild. No Panic." Das Päckchen hatte Frau Schinnerlings Freundin Uta Mill geschickt.

Beide Frauen und die dritte Freundin Katrin Fröderking kennen sich seit der Töpferlehre und sind eingeschworene Lindenberg-Fans: Die Frauen aus Zeulenroda und Jena haben erst kürzlich gemeinsam das Lindenberg-Konzert in Leipzig erlebt und das Musical "Hinterm Horizont" in Berlin haben sie auch besucht. Die drei Freundinnen sehen sich regelmäßig - auf Töpfermärkten der Region.

Vor ein paar Wochen, bei Weimar, hatten sie wieder mal ihre Stände nebeneinander aufgebaut, als sich neben ihnen ein Original platzierte: Christo aus Lobenstein bietet selbstgedrehte Zigarren an und Eierlikör. Kein Wunder, dass Uta Mill ein Fläschchen kaufte und auch ein paar Selbstgedrehte. Warum? Sie wusste, dass sie bald Udo Lindenberg sehen würde. Ihr Ehemann Holger hatte nämlich eine Kreuzfahrt, Rockliner 4, mit Udo Lindenberg und Freunden gebucht: eine Woche Mittelmeer - und Musik vom Feinsten.

Alles klappte, wie geplant. Die Reise begann, alles lief prima: Es gab Lindenberg-Auftritte und Uta Mill sah den Meister mit seinen Bodyguards durch das Schiff laufen - in die Nachbarkabine. Das also war die Erklärung, warum es dort immer etwas später wurde und lauter zuging. Allerdings ergab sich keine Gelegenheit, dem Panik-Rocker das Geschenk zu überreichen. Da kam Frau Mill auf eine Idee: Sie verpackte Eierlikör und Zigarren in einer Kiste, schrieb einen Zettel dazu und seilte das Ganze auf dem Nachbarbalkon ab. Und dann dauerte es gar nicht lange, bis es klopfte: "Hallo, ich bin?s - euer Nachbar."

Frau Mill achtet sonst sehr auf gepflegtes Äußeres, aber in dieser Situation öffnete sie flugs die Tür - mit strubbligen Haaren und in ihrer alten bequemen Strickjacke: Der Meister stand vor der Tür und es entwickelte sich ein etwa zehnminütiges Gespräch, an dem auch Mills Ehemann Holger teilnahm: Das Gesicht noch halb von Rasierschaum bedeckt, unterbrochen bei der Rasur.

Klar, dass Lindenberg zwei CDs mit einer Widmung versah - für Frau Mills Freundinnen. "Ich habe mich riesig gefreut", sagt Mechthild Schinnerling aus Zeulenroda.