Wahlkrimi am Sonntag?

Wer die Wahl hat, hat die Qual? Bezüglich der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag gibt Wahlchef Steffen Kretzschmar schon mal grünes Licht. Denn man müsse nur ein Kreuz machen.

Plauen - Die heiße Phase des Rennens um den Plauener Oberbürgermeister-Thron hat begonnen. An diesem Sonntag sind erneut die Bürger - dieses Mal aber nur die Einwohner der Stadt - an die Wahlurnen gerufen, um aus den drei Kandidaten, dem amtierenden Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP), Uwe Täschner (parteilos) sowie Steffen Zenner (CDU) einen neuen oder eben den alten Stadtchef zu wählen.

Laut Plauens Wahlleiter Steffen Kretzschmar sind es circa 54.000 Wahlberechtigte. "Wer mindestens 18 Jahre und mindestens seit drei Monaten in Plauen wohnt, ist wahlberechtigt", sagt er. Auch EU-Bürger sind zur Wahl aufgerufen, so Kretzschmar, sofern diese Person seit drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in Plauen hat. Bis Dienstag zählte der Wahlchef 3.300 Anträge auf Briefwahl. "Die 4.000 können bis zum Wochenende locker noch geknackt werden", gibt sich der Wahlleiter optimistisch. "Wenn es so bleibt, entspricht das dann zusammen mit den Wählern am Sonntag einer Wahlbeteiligung von rund 40 Prozent", prognostiziert Kretzschmar, der anfügt, dass diese Wahlbeteiligung dann ähnlich der der letzten OB-Wahl im Jahr 2007 wäre.

"Die Wahl am Sonntag ist eine der einfacheren Sorte", meint Kretzschmar. Bleibt ein Zettelwirrwarr, bei dem sich die drei Stimmzettel der vor 16 Tagen stattgefundenen Kommunal-, Ortschaftsrats- und Stadtratswahl in Farbe und Größe unterschieden, damit aus? Ein klares "Ja" gibt es dazu vom Wahlchef, der anfügt: "Wegen Verpackungsproblemen der Briefwähler zu den Wahlen am 25. Mai konnten von 4.900 herausgeschickten Anträgen rund 200 nicht zugelassen werden".

An diesem Sonntag besteht also nur die "Schwierigkeit", aus den drei Kandidaten den besten Stadtchef für die nächsten sieben Jahre mit einem Kreuz an der richtigen Stelle zu wählen. Auf dem grünen Wahlschein stehen die drei Kandidaten, dahinter sei ein Kreis, in dem man nur ein Kreuz für den persönlichen Favoriten zu machen hat.

"Ich rechne damit, dass wir die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen bereits 18.30 Uhr, eine halbe Stunde nach Schließung der insgesamt 64 Wahllokale, haben", so Kretzschmar. Gegen 21 Uhr könnten die 545 Wahlhelfer dann bereits in ihren verdienten Feierabend gehen, wenn die Auszählung der Stimmen in etwa so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie von Kretzschmar prognostiziert.

Im großen Rathaussaal kämen dann alle Ergebnisse aus den Wahllokalen zusammen. Der neue/alte Oberbürgermeister steht in dieser Mehrheitswahl fest, wenn er mindestens 50 Prozent plus eine Stimme auf seinen Namen vereinen kann. Wenn nicht, dann geht es in drei Wochen erneut an die Wahlurnen - zur Neuwahl. "Am 6. Juli reicht die einfache Mehrheit. Also der Kandidat, der die meisten Stimmen hat, gewinnt", so Kretzschmar.

Allerdings verweist er dann auf neue Möglichkeiten: "Ob sich dann alle drei Kandidaten nochmals aufstellen oder neue dazu kommen, das steht alles noch in den Sternen", so Kretzschmar, der sich - wie sollte es sein Job anders zulassen - auf einen spannenden Wahlkrimi freut. niseki