Wahlkampf auf Schusters Rappen

Wandern mit den Wählern. Die Christdemokraten in Sachsen und Thüringen beginnen den Wahlkampf Schulter an Schulter - auf Schusters Rappen bildeten Stanislaw Tillich und seine Thüringer Amtskollegin Christine Lieberknecht im Vogtland eine Wander-Union.

Netzschkau - Lieberknecht und Tillich starteten am Sonntag bei einer Wanderung in die heiße Phase des Wahlkampfes. Sachsen wählt am 31. August ein neues Parlament, Thüringen folgt 14 Tage später. Wie die Vogtländer feiern können, davon überzeugte sich Sachsens Landesvater am Wochenende ausführlich. Erste Station von Stanislaw Tillich war das Lampionfest in Bad Brambach, wo er das reine Mineralquellen-Wasser des Dorfes verkostete. Samstagabend machte Tillich Station in der Erdachsen-Stadt Pausa. Dort erwarteten ihn rund 80 Bürger der Doppelstadt Pausa-Mühltroff zum Gespräch.

Nach einer Übernachtung im Plauener Dormero-Hotel ging es dann mit Amtskollegin Christine Lieberknecht auf Wanderschaft durchs Vogtland. Natürlich durfte ein Halt am Vogtland-Wahrzeichen, der Göltzschtalbrücke, nicht fehlen, ehe es am Nachmittag eine Stippvisite zur Grünbacher Kirmes samt anschließender Oldtimerfahrt gab. In Sachsen sieht es in den Umfragen nach einem Bündnis zwischen CDU und SPD aus, in Thüringen gibt es mehrere Optionen. Als Spitzenkandidaten ihrer Parteien bezeichneten Lieberknecht und Tillich die Wahlen als "richtungsentscheidend". Die Chancen, dass sich die gute wirtschaftliche Entwicklung fortsetzt und mehr Arbeitsplätze entstehen, stünden gut.

Lieberknecht und Tillich hatten am Sonntagmorgen zunächst an einem Gottesdienst in der Kirche Reinsdorf unweit von Greiz teilgenommen. Anschließend wurden die Wanderschuhe geschnürt. Durch einen Wald und vorbei an einer Kuhherde ging es bis Mittag zur Göltzschtalbrücke ins nahe Vogtland. Dabei wurden die beiden Regierungschefs von etwa 200 Wanderern begleitet - durchaus nicht alles nur Personal der Union aus den Kreisverbänden.

Am frühen Nachmittag landete die "Wander-Union" am Besucherbergwerk Alaunwerk in Mühlwand. Am Wochenende wurde in Dresden bekannt, dass es nun doch zu einem offenen Kandidatenduell mit Tillich kommt - zumindest für den Chef der Linkspartei in Sachsen, Rico Gebhardt. Es soll am 18. August im Dresdner Kongresszentrum stattfinden. SPD-Chef Martin Dulig äußerte die Hoffnung, dass auch er noch in eine Rededuell mit Tillich treten darf. va