Wärmeversorgung Plauen steigert Produktion

Plauen - Die Wärmeversorgung Plauen als 100-prozentige Tochter der enviaM konnte in dieser Woche etwas tun, was die Stadtwerke Strom frühestens in einem Jahr können: ein erfolgreiches Fazit der letzten zwölf Monate ziehen.

 

Für die einen war es der kälteste Tag des Jahres, für die anderen der mit dem höchsten Umsatz. Die Rede ist vom 3. Dezember vorigen Jahres, den der Geschäftsführer der Wärmeversorgung Plauen (WVP), Ulrich Schröter, beim gestrigen Pressegespräch als den "Spitzentag" für das Unternehmen bezeichnet. Bei frostigen minus zwölf Grad wurden in den beiden Heizkraftwerken an der Hammerstraße und am Seehaus 1,1 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt.

 

Das absolute Gegenteil bildete der 11. Juli, vielen als der heißeste Tag des Jahres in Erinnerung. Insgesamt lieferte die WVP im Vorjahr 146 Millionen Kilowattstunden an ihre Kunden - die 13 000 an das Fernwärmenetz angeschlossenen Haushalte und die zahlreichen gewerblichen Nutzer. Damit stieg die Produktion um 1,6 Prozent gegenüber 2009, obwohl sie genau genommen leicht sank. Der Fachmann spricht von einem "Außentemperatur korrigierten Absatz". Zum einen blieb der Verbrauch über das Jahr gesehen trotz des kalten Winters konstant, zum anderen wurde aufgrund von Rückbaumaßnahmen vor allem im Chrieschwitzer Hang und Wärmedämmung an älteren Gebäuden weniger Wärme "angefordert".

Was den enviaM-Kunden nach den knackig-kalten Wintermonaten aber am meisten interessiert: Werde ich bei der nächsten Abrechnung einen Kredit aufnehmen müssen? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Fakt ist: Der Wärmeverbrauch des Durchschnitts-Kunden lag eindeutig höher und wird sich auch in der Abrechnung widerspiegeln. In welchem Maße damit auch der Preis nach oben schießt, so Schröter, sei noch unklar. Denn der Gaspreis sei im vierten Quatal gesunken. EnviaM schließt ihren Gasliefervertrag mit der Erdgas Plauen immer für ein Jahr ab. Im Anschluss kam der Geschäftsführer auf die Vorhaben dieses Jahres zu sprechen. Für die stehen etwa eine Million Euro zur Verfügung, davon 740 000 Euro für Investitionen, die restliche Summe für Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen.

 

Zu den Schwerpunkten gehören der Fernwärmeanschluss für die Sporthalle im Behördenzentrum und der momentan realisierte für den Autozulieferer PAT im Wema-Gewerbegebiet. Und auch in das eigene Unternehmen wird investiert. Das "Hirn" der WVP, das Leitsystem, wird nach 17 Jahren umfassend erneuert. Im August kann die 300 000 Euro teure Investition in Betrieb genommen werden. Bereits im Juni soll das neue Mehrzweckgebäude auf der beräumten Fläche neben dem derzeitigen Firmensitz bezogen werden. Im jetzigen Domizil sei man lediglich Mieter, so Schröter. Nun sei der Vertrag gekündigt, werde das Gebäude vermutlich sogar abgerissen. Ebenfalls in Kürze "ans Netz" gehen der Indoor-Spielplatz in der ehemaligen Kaufhalle im Mammengebiet sowie das entstehende Wohn- und Geschäftshaus Marktstraße 3, wo - ein Novum in Plauen - eine Kombination aus Fernwärme und regenerativen Energien Anwendung findet.

Weiterhin auf dem aktuellen "Spielplan" der WVP steht die Modernisierung des Anschlusses im künftigen Landratsamt. Die bislang das Horten querendeTrasse muss vor der Entkernung des Gebäudes getrennt und anschließend neu verlegt werden. Und schließlich erhofft man sich auch noch den Zuschlag für die Reaktivierung des Fernwärmeanschlusses für den Campus der künftigen Berufsakademie auf dem Amtsberg. Justizgebäude und Gefängnis hatte die WVP bereits bis 2009 als "Kunden". tp