Wärme per Knopfdruck

In der Elsteraue geht es jetzt so richtig voran. Seit vergangenem Jahr rollen die Bagger, wird gebuddelt, abgerissen und neu installiert. Unter anderem gibt es jetzt auch einen Fernwärmeanschluss des Anbieters envia therm. Am Donnerstag knipste Kerstin Rüffer, Chefin der "Hexen" der Weberhäuser, erstmals die Fernwärme in den neuen Handwerkerhöfen an.

Von Ingo Eckardt

Plauen OB Ralf Oberdorfer ließ es sich nicht nehmen, bei diesem infrastrukturell spannendem Termin selbst die Besucher zu begrüßen. Neben Matthias Kunath von envia therm und dessen Kolleginnen waren auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung gekommen - allen voran Bau-Fachbereichsleiterin Kerstin Wolf und Projektleiter Markus Löffler. Es sei das erste Objekt, das im Bereich Elsteraue an das Plauener Fernwärmenetz angeschlossen sei. "Ich freue mich sehr, dass hier nun ein neues Stadtareal entsteht, das seit 1870 nur für Arbeit zur Verfügung stand und künftig viele verschiedene Nutzungen als öffentlicher Raum haben wird", so Oberdorfer. Die Stadt kaufte die Handwerkerhäuser im Zuge der großen EFRE-Maßnahme, in deren Rahmen acht Millionen Euro verbaut werden, und verpachtete die Objekte an den Unikat-Verein, der hierweitere pädagogische Mitmachprodukte anbieten kann. Zudem erinnerte Oberdorfer daran, dass man in den kommenden Jahren das Textilzentrum im Weisbachschen Haus einrichten, eine neue Kita mit 120 Plätzen schaffen und großzügige Freiflächen gebaut würden. Envia therm-Chef Matthias Kunath berichtete, dass ein Unternehmen, das in Plauen für rund 13.000 bestens gewärmte Wohnungen sorgt, seit 2016 bereits in die Planungen einbezogen gewesen sei. "Als die Frage kam, haben wir nicht lange gezögert und uns sofort entschieden, das Areal komplett mit zu erschließen.
Vor allem die technische Erschließung war herausfordernd. So mussten wir den Mühlgraben und das Weisbachsche Haus unterirdisch queren", berichtet Kunath und sein Plauener Filialleiter Jens Kliemann ergänzt, dass die Tiefbaufirma Schmidt aus Jößnitz diese Aufgabe technisch meisterhaft erfüllt habe: "Die haben in neun Meter Tiefe zwei Bohrungen im Durchmesser von je 30 Zentimetern vorgenommen, durch die dann die Fernwärmerohre verlegt werden konnten", ist Kliemann beeindruckt. Und Bau-Fachbereichsleiterin Kerstin Wolf erinnert daran, dass pünktlich einen Tag vor dem beliebten Adventsmarkt in den Weberhäusern, in den auch die Handwerkerhöfe einbezogen wurden, alle Baugruben wieder verfüllt waren. Kunath betonte, dass er in Zeiten des Klimawandels für die Fernwärme eine hohe Bedeutung sieht. "Die Erzeugung ist deutlich grüner geworden, wesentliche CO2-neutraler. Aus unserer Sicht wird bei Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken die in Plauen vorhandene Kraft-Wärme-Kopplung immer wichtiger. Mit der neuen Technik sparen wir 250 Tonnen CO2 pro Jahr ein", so Kunath. Die Anlage in den Handwerkerhöfen könne auch digital gesteuert werden. Wenn beispielsweise Angebote im Heuboden anstehen, dann kann man dort mittels Handy-App vorab für Wärme sorgen. Etwa 600.000 Euro betrug die Investitionssumme für die Erschließung des Areals. Kliemann ergänzte, dass der nächste Anschluss in der neuen Kita erfolgen wird und man vermutlich ab Herbst auch für Bauwärme im Weisbachschen Haus sorgen kann. Kerstin Rüffer lobte ihren Hausmeister Thomas Meßmeringer, der viele kleine und große Arbeiten bewerkstelligt habe.