Vosla Plauen: Jeder dritte Beschäftigte soll gehen

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Geschäftsführung will 100 Mitarbeiter der vosla GmbH entlassen. Und wieder bangen die derzeit 330 Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz.

Plauen - Die Sorge um ihren Betrieb ist schon seit dem Insolvenzantrag Anfang Februar da, die Angst um den eigenen Arbeitsplatz kam gestern hinzu. 100 Mitarbeiter sollen nach dem Willen der Geschäftsführung entlassen werden, um, wie es hieß, das Überleben des Traditionsunternehmens zu sichern. Die Mitarbeiter wurden gestern in einer Belegschaftsversammlung darüber informiert. Bis dato hatte sich die Geschäftsführung zum befürchteten Personalabbau bedeckt gehalten.

Die vosla GmbH hatte Anfang Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, da das Unternehmen für die anstehende Sanierung nicht durchfinanziert und damit überschuldet war. Im Sommer fällt nach einem fünfjährigen Abnahmevertrag der Philips Konzern als Hauptkunde weg. Nun gehe es laut Geschäftsführung darum, das Unternehmen neu auszurichten und den Wegfall der Umsätze auszugleichen. "Wir sind uns bewusst, dass hinter jedem der etwa 100 Arbeitsplätze ein Mensch mit einem persönlichen Schicksal steht.

Daher bedauern wir persönlich diese Entscheidung. Dennoch war es unumgänglich, denn nur so kann es gelingen, dem Unternehmen und den verbleibenden Mitarbeitern eine Zukunft zu bieten", so die Geschäftsführer Dr. Michael Waubke und Dr. Stefan Weniger.

Doch noch muss der Betriebsrat Kündigungen zustimmen und das werde nicht ohne Sozialplan und Interessensausgleich passieren. "Über allen steht aber die Frage, wie es weitergehen soll. Am 1. April soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Dringend gesucht wird ein Investor, der am Standort weiter produziert und ein Zukunftskonzept vorlegt", sagte auf Nachfrage Thomas Knabel.

Der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Zwickau/Vogtland war bei der Belegschaftsversammlung dabei und hat in die vielen bedrückten Gesichter geschaut. "Mitbieter für die insolvente vosla ist auch die Münchener Finanzholding Bavaria Industries Group AG, also der bisherige Eigentümer, der 2012 als Hauptgesellschafter bei dem Plauener Unternehmen einstieg. Die Bavaria hatte es in der Hand, die Insolvenz zu verhindern und bedient sich jetzt des Insolvenzrechts, nachdem sie die Mannschaft billig losgeworden ist, sich anzubieten, um das Unternehmen fortzuführen. Das finde ich mehr als zynisch", sagt Knabel.

"Bisher hat Bavaria keinen Cent hier reingesteckt, Investition hat vosla selbst erwirtschaftet, war ein erfolgreiches Unternehmen. Was wir brauchen ist ein strategischer Investor mit einem Konzept für Produktion am Standort und keinen neuen Finanzinvestor", fügt der Gewerkschafter hinzu.