Vorschlag stößt auf Ablehnung

Plauen - Anwohner wollen eine Verlegung der Straßenbahnhaltestelle auf der Pausaer Straße. Die Stadtverwaltung sagt, warum dies nicht gut sei.

 

Der Vorschlag, die Straßenbahnhaltestelle "Morgenbergstraße" auf der Pausaer Straße nach vorn zu verlegen, stößt im Rathaus auf Ablehnung. Der sachkundige Bürger Eberhard Müller schlug dies im Zuge der geplanten Brückenbaumaßnahme im letzten Wirtschaftsförderungsausschuss vor. Ihm gehe es um eine Entschärfung der Verkehrssituation in diesem Bereich.

 Der Straßenabschnitt gehört mit zu den Problemzonen auf Plauens Straßen. Die Feinstaubbelastung ist hier durch die besonders dichte Bebauung auf beiden Seiten der Bundesstraße 92 und durch die Straßenbahnhaltestelle sowie der Ampelanlage besonders hoch. Mehrfach im Jahr kommt es zu Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte.

 Die Pausaer Straße ist wahrlich in diesem Bereich keine Augenweide. Viele Wohnungen sind unbewohnt. Ladengeschäfte suchen Mieter und einige Häuser stehen sogar ganz leer und verfallen zusehends. Die Fassaden seit Jahren grau vom vielen Staub und Dreck der tausenden Autos und Lastwagen, die täglich durch das Nadelöhr fahren. Aushalten müssen dies auch die Gäste der Plauener Straßenbahn. Sie haben nur die Möglichkeit, direkt an der stark befahrenen Straße auf die Bahn zu warten. Einen geschützten Wartebereich für die Fahrgäste gibt es aus Platzgründen nicht. Aus diesen Gründen setzt sich Eberhard Müller für eine Verlegung der Haltestelle um rund 80 Meter stadteinwärts ein. Mit dem Vorschlag ist er nicht der einzige. Bereits letztes Jahr habe dies ein Bürger angeregt, der sein Haus direkt im Haltestellenbereich hat. Die Antwort aus der Stadtverwaltung hat sich in der Zeit nicht geändert. Eine Verlegung des Haltepunktes wird wegen der höheren Gefährdung der Fußgänger abgelehnt, sagt Baubürgermeister Manfred Eberwein.

 Letztes Jahr seien die Vor- und Nachteile der Verschiebung nach mehreren Ortsbesichtigungen in der so genannten Arbeitsgruppe Verkehrssituation umfassend diskutiert worden. Ihr gehören unter anderem die Verkehrsplanung und Verkehrsbehörde an, sowie die Verkehrspolizei und die Plauener Straßenbahn. Ein Vorteil wäre bei der Verlegung, die Möglichkeit, einen Unterstand für die Wartenden zu errichten. Jedoch seien die Nachteile schwerwiegender. Bedenken haben die Planer bei den Fußgängerströmen, die sich von der sicheren Ampelkreuzung auf einen ungesicherten Straßenbereich verlagern würden. Durch die Ampel könne beim Ausstiegen eine höhere Sicherheit für die Gäste erreicht werden, als dies im vorgeschlagenen Bereich gegenüber dem Einkaufsmarkt (Lidl) wäre, heißt es. Neben der Arbeitsgruppe habe sich auch die Verkehrspolizei gegen eine Verschiebung ausgesprochen.

 Wegen der Elektrifizierung der Bahnstrecke muss in den nächsten Jahren die Bachüberquerung gleich nach der Straßenbahnhaltestelle neu gebaut werden. Die Straßenbahnen sollen bis zur Morgenbergstraße fahren und ab da werden Busse weiter bis zur Endhaltestelle fahren, sagt Straßenbahn Geschäftsführerin Barbara Zeuner.  Martin Reißmann