Vorm "Glashaus" die Nase gebrochen

Adorf/Plauen - Eine Prügelei vor der Diskothek "Glashaus" in Adorf fand jetzt am Plauener Amtsgericht ein juristisches Nachspiel. Dort hatte sich ein 20-jähriger Mann aus der Gemeinde Burgstein wegen Körperverletzung zu verantworten.

Am Ende kam der ledige Landmaschinenschlosser, der im Nebenjob für einen Sicherheitsdienst tätig ist, mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage davon. In der Nacht zum 13. Oktober 2013 war der Angeklagte Christoph (20, Namen aller Betroffenen geändert) im Auftrag eines Sicherheitsdienstes im Adorfer "Glashaus" tätig. Gegen 3.45 Uhr bemerkte er, wie der ebenfalls 20 Jahre junge Denny an einem Imbisswagen vor der Diskothek einen Papierkorb umwarf und anschließend auf diesen eintrat.

Christoph wollte den Randalierer zur Rede stellen. Der sturzbetrunkene Oelsnitzer war jedoch kaum ansprechbar. Denny war vorher schon zwei Mal aus dem "Glashaus" verwiesen worden. Was weiter geschah, darüber gehen die Angaben auseinander. Fest steht wohl, dass Dennys Kumpel Norman seinem Freund zu Hilfe kam. Der 24-Jährige erklärte allerdings, er habe lediglich schlichten und beschwichtigen wollen. Christoph schilderte dagegen, der ebenfalls stark alkoholisierte Norman sei auf ihn zugerannt und gegen seinen Rücken gesprungen.

Das wollen auch zwei weitere Zeugen gesehen haben. Einer von ihnen, der Betreiber des Imbisswagens, fügte allerdings hinzu: "Es war dann eine chaotische Situation. Es ging alles durcheinander." Aus der Auseinandersetzung trug Norman eine gebrochene Nase und eine leichte Gehirnerschütterung davon. Er habe nur einen Schlag zur Abwehr des Angriffs ausgeführt, gab Christoph zu Protokoll. "Das tut mir wahnsinnig leid, dass er so schwer verletzt wurde", ergänzte der Beschuldigte. "Der erste Schlag muss gleich der Nasenbruch gewesen sein. Danach hat er noch öfters auf mich eingeschlagen", hielt Norman entgegen. Einmal mehr führte die Verhandlung die oft fatalen Folgen zügellosen Alkoholgenusses vor Augen.

So konnte sich Denny, der mit seiner Papierkorbattacke Auslöser des nachfolgenden Geschehens war, an nahezu kein Detail mehr erinnern. Für Christoph stand bisher eine Vorstrafe zu Buche. Jugendrichterin Andrea Hörr und Staatsanwalt Christian Fink sowie der Angeklagte und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Dietmar Dreher, verständigten sich schließlich auf eine vorläufige Einstellung des Verfahrens. Christoph wurde die Zahlung eines Geldbetrages in Höhe von 750 Euro an den Verein für Bewährungshilfe und Jugendgerichtshilfe auferlegt. Dabei wird ihm die Möglichkeit der Ratenzahlung eingeräumt. Sven Gerbeth