Vorgestellt: Der Plauener Jugendclub "eSeF"

Die Ferienzeit ist vorüber, für die Kinder und Jugendlichen Plauens hat der Schulalltag wieder begonnen. Doch wohin nach dem letzten Klingeln? Wo sich mit Gleichaltrigen austauschen, seinen Hobbys nachgehen oder einfach mal abhängen? Die Vielfalt der Jugendeinrichtungen der Stadt ist groß. Welcher Jugendclub sich auf welche Klientel besonders eingestellt hat, welche speziellen Angebote er bereit hält, darüber wollen wir in den nächsten Wochen in loser Folge berichten und die einzelnen Clubs genauer vorstellen. Den Auftakt bildet das "eSeF".

 

Jeden Tag etwas anderes erleben. Das können Kinder und Jugendliche im Kinder- und Jugendhaus "eSeF". Die kostenlosen Angebote reichen von Kochen über Sport-Turniere bis hin zu der Möglichkeit selbst Musik zu machen und richten sich an alle Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt. Es gibt im "eSeF" ein Kinder- (KIZ) und ein Jugendzentrum (JUZ). Das KIZ ist für die 6- bis 13-jährigen und hat von Montag bis Freitag 13.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Wobei der Donnerstag dort ein reiner Familientag ist, an dem von 15 bis 20 Uhr nur Kinder in Begleitung ihrer Eltern erlaubt sind. Kinder ohne Begleitung dürfen währenddessen mit ins JUZ. Dieses hat montags, donnerstags und freitags ab 15 Uhr geöffnet und dienstags und mittwochs ab 16 Uhr. Eigentlich ist das JUZ für alle zwischen 13 und 20 Jahren gedacht, doch jeden Freitag sind ab 19 Uhr auch alle zwischen 20 und 27 Jahren willkommen.

Im wöchentlichen Angebot sind Kochen, Tanzen/Breakdance, Fußball - e sogar Bogenschießen ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden. Allerdings wird momentan noch jemand gesucht, der ehrenamtlich das Fußballtraining montags in der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr übernehmen könnte. Des weiteren gehören unter anderem eine Volley- und Basketballanlage, Computer, sowie ein Billard- und Tischtennisraum zur Ausstattung des "eSeF". Und die Resonanz ist groß.

Jeden Tag kommen rund 20 Familien und an die 100 Kinder und Jugendliche. Jedoch merkt man auch hier deutlich den Geburtenrückgang seit Ende der Neunziger Jahre. Nach der Eröffnung 1995 waren es noch doppelt soviel. Eigentlich als Schüler-Freizeitzentrum gedacht, hat sich das "eSeF" mittlerweile zu einem richtigen Familienzentrum entwickelt, das nicht nur Eltern mit ihren Kindern besuchen, sondern die auch oft gleich noch die Großeltern mitbringen.

Außerdem sieht Leiterin Nadine Wanke ihr Haus als "multikulturellen Treffpunkt", in dem sich Menschen unterschiedlichster Herkunft begegnen. Gerade durch die jahrelange Zusammenarbeit mit dem Asylbewerberheim nehmen viele Familien mit Migrationshintergrund die Angebotsvielfalt des "eSeF" wahr. So wie der 12-jährige Veli, der bereits seit seinem sechsten Lebensjahr das Freizeitzentrum besucht. "Ich komme hierher um Spaß zu haben, außerdem liegt es in der Nähe", erzählt er. Zu Velis Favoriten gehört Breakdance, aber auch zu einer Runde Basketball oder Billard mit seinen Freunden sagt er nicht nein. Doch nicht nur die täglichen Angebote sind beliebt. Darüber hinaus gibt es über das gesamte Jahr verteilt verschiedene Veranstaltungshöhepunkte, wie zum Beispiel das Winterfeuer, das Sommerfest oder die Tunnelaktionen "Plauen bleibt bunt" in Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit.

Im Bezug auf die kommende Bundestagswahl beteiligt sich das "eSeF" auch an der bundesweiten U-18-Wahl. In der Woche vom 14. bis 18. September versuchen die Mitarbeiter des Zentrums Jugendliche über Politik aufzuklären und zu begeistern. "Es geht aber auch darum herauszufinden, was die Jugendlichen über Politik denken", erklärt Nadine Wanke. Am Nachmittag des 18. Septembers können dann alle unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben. "Dabei können die Jugendlichen wählen, wen sie in den Bundestag nach Berlin schicken würden", so Wanke weiter. Abends werden dann im Rahmen einer Wahlparty die Stimmen ausgezählt und die Ergebnisse nach Berlin geschickt. "Danach heißt es auf die Hochrechnung warten."

Am zweiten Oktober wird dann das Ritterfest der nächstgrößere Programmpunkt sein. Während der Öffnungszeiten kümmern sich übrigens fünf pädagogische Mitarbeiter und eine Praktikantin um das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen. Finanziert wird das ganze durch die Stadt Plauen und den Vogtlandkreis. ogl