Von Sex-Täter missbrauchte Pflegerin in Rodewisch wieder im Beruf

Der entflohene Sex-Täter aus Rodewisch sitzt wieder fest im Maßregelvollzug - die von ihm missbrauchte Pflegerin befinde sich an ihrem Arbeitsplatz.

Rodewisch - Das erfuhren die Gäste von der Klinikleitung, welche am Mittwoch zur Einweihung der neuen Gerontopsychiatrie am Fachkrankenhaus Rodewisch geladen waren. Andrea Fischer, Staatssekretärin aus dem Sozialministerium, richtete Worte des Bedauerns über diesen Vorfall zu Jahresanfang an Klinikangestellte und Gäste.

Es sei keinesfalls so, dass Straftäter nach Lust und Laune aus dem Maßregelvollzug ein- und ausgehen könnten, wie der Eindruck oft in der Öffentlichkeit entstehe. Im Sinne der Resozialisierung sehe das Gesetz nun aber bestimmte Lockerungen vor. "Innerhalb dieser Lockerungen gibt es aber keine 1000-prozentige Sicherheit." Von Seiten des Ministeriums wolle man alles zur Aufklärung des Vorfalls durch die Staatsanwaltschaft tun.

Nach dem Vorfall in Rodewisch sei das Ministerium mit allen sächsischen Maßregelvollzügen im Gespräch. Vorgesehen sei, den Erlass zum Umgang mit Straftätern bei Freigang zu überarbeiten, so Ministeriumssprecher Ralph Schreiber. So sollten wohl künftig nur männliche Pfleger Sex-Täter beim Stadtbummel begleiten - wenn möglich zwei Kräfte.

Bisher habe es im Ermessen der Kliniken gelegen, wer vom Personal mit auf Freigang geht. Der momentan noch gültige Erlass stammt aus dem Jahr 2008. Auch dieses Papier entstand erst, nachdem in Ostsachsen ein Straftäter entfloh, weil die Beaufsichtigung Lücken aufwies. "Vor der Sache in Rodewisch gab es acht Jahre keine Vorkommnisse auf Freigang", so Schreiber.    C. Henze