Von radioaktiver Strahlung keine Spur

Freunde des Bergbaus kamen im Tannenbergsthaler Herrenhaus auf ihre Kosten. Dort zeigte Uto Hackenschmidt einen ganz besonderen Film. Gemeinsam mit Hartmut Gruner und Johannes Prelec hatte er kurz vor Pfingsten die Sanierungsarbeiten unter Tage am Schneckenstein besichtigt.

 

Alles wurde sorgsam als Film dokumentiert. So konnten die Interessenten im voll besetzten Saal des Herrenhauses Anteil haben an einem der letzten Abstiege in Schurf 21. Wismut und Wisutec sind in dem Gebiet dabei, ehemalige Untertageanlagen zu sichern und zu sanieren. Im Waldgebiet zwischen Brunndöbra und Tannenbergsthal künden zahlreiche Löcher vom ehemaligen Bergbau in der Region. Die anwesenden Vertreter der beteiligten Firmen versicherten, dass man vor Beginn der Arbeiten eine Prioritätenliste erstellt habe. Bis zum Jahr 2012 stellt der Staat über ein Verwaltungsabkommen 78 Mio Euro für diese Arbeiten zur Verfügung. 50 Mio Euro wurden schon verbaut, der Rest ist verplant.

Zunächst habe man am Schneckenstein vor gehabt, die Sohlen unter Tage mit einer Betonplatte zu verfestigen. Dies erwies sich jedoch als zu gefährlich. Nun hat man die alten Schächte von oben her verfüllt und verplombt. Damit wurden Kosten eingespart, die für weitere Flächen genutzt werden können. Die drei Männer vom Vogtländischen Goldwäscher - und Berghistorikerverein waren in Begleitung der Fachleute in Schurf 21 mit dem Förderkorb auf 26 Meter Tiefe eingefahren. Der wurde 1949 angelegt und 1950 schon wieder geschlossen. Übermannsgroße Gesteinsblöcke verwehrten den Zugang zu den Sohlen. Fragmente des alten Grubenbaus waren noch gut zu erkennen.

Zum Schutz der Mitarbeiter vor Ort wird die radioaktive Belastung durch das Edelgas Radon ständig gemessen. Nach dem Film stellten sich die Fachleute den Fragen der Besucher. Claudia Ludwig aus Brunndöbra wollte wissen, wie hoch die radioaktive Belastung, besonders auf den Halden, sei. Da gab Johannes Prelec von den Bergbauhistorikern Entwarnung. Als Mineraliensammler sei er auf der Suche nach strahlenden Mineralien. Die seien jedoch "sauschwer" zu finden. "Auf dem Schneckenstein ist wirklich nix.", konnte er nach eigenen Messungen versichern. Das wurde von den Leuten der Wismut bestätigt. Die Pilze von den Halden könne man bedenkenlos verzehren. Sie versicherten auch, dass man nicht mit weiteren Tagbrüchen zu rechnen habe.

Vor den Sanierungsarbeiten war ein Forstfahrzeug beim Baumfällen eingebrochen. Vorsicht sei zwar geboten, jedoch würde man nirgends auf der Welt die Bergbauflächen nach dem Abbau so sorgsam sanieren. Die Wismut sei weltweit führend bei den Sanierungstechniken, gerade auch in der Kombination der Sanierungen unter- und übertage. Woanders würde man die Flächen einfach sperren, berichteten sie von ihren internationalen Erfahrungen. Die vogtländischen Berghistoriker brachten ihre Bedenken zum Ausdruck, dass nach der Sanierung nichts mehr von der Geschichte des Bergbaus in der Region sichtbar sei. Schilder und Gedenktafeln sollten auf die Geschichte des Bergbaus im 20. Jahrhundert hinweisen, wurde von einigen gefordert. Dem widersprach Karlheinz Paul aus Morgenröthe. Man könne nicht an jedes Loch ein Schild machen. Die Bergarchive seien für die Bewahrung der Fakten zuständig.

Karl Demmler hat die Fakten um die Wismut in einer über 2400 Seiten umfassenden Chronik dokumentiert. Bei ihm können sich Interessenten kundig machen. Sollten noch Gelder zur Verfügung stehen, so Reinhold Marski von der Wismut, so werde man über eine Beschilderung nachdenken. Die Veranstaltung wurde vom Heimatverein Topas, dem Heimatpflegeverein Klingenthal und dem Vogtländischen Goldwäscher- und Berghistorikerverein gemeinsam organisiert.  M. Rosenbaum