Von der Lustigen Witwe zur Intendantin

Kammersängerin Dagmar Schellenberger wird ab 1. September 2012 Intendantin der Seefestspiele Mörbisch. Das größte Operettenfestival der Welt am Neusiedler See im österreichischen Burgenland wird künftig von einer Vogtländerin geleitet.

 

Plauen/Mörbisch - Bereits im Jahre 2004 konnte Dagmar Schellenberger bei den Seefestspielen in Mörbisch als Gräfin Mariza debutieren. Im Jahr darauf bekam sie eine Wiedereinladung als Lustige Witwe. Nun wird sie die Festspiele als Intendantin in der Nachfolge von Harald Serafin leiten.

Dagmar Schellenberger sagte am Mittwoch zum ORF in einer ersten Reaktion: "Ich könnte die ganze Welt umarmen, so wie es der Operette entsprechend ist. Mir geht es fantastisch, ich habe es eben auch erfahren und muss jetzt meine Gefühle noch ordnen. Ich freue mich wahnsinnig. Hallo Burgenland, ich komme!" Dagmar Schellenberger, die ihre Jugend in Jößnitz verbrachte, setzte sich gegen 34 Bewerber durch. In der Begründung der Jury heißt es, Schellenberger habe sich "überaus überzeugend und professionell" präsentiert, auch ein "beeindruckendes Konzept" vorgelegt. Zudem habe sie den Eindruck hinterlassen, "das Publikum auch langfristig begeistern" zu können.

Frau Schellenberger tritt ein beeindruckendes Erbe an. Noch-Intendant Harald Serafin hat aus dem verschlafenen Operettenfest ein stetig wachsendes Entertainmentunternehmen gemacht, das im vergangen Sommer an die 170 000 Menschen begrüßen konnte. Von Seiten der Verantwortlichen hieß es, sie hätten jemanden gesucht, der Serafin zumindest "einigermaßen nachfolgen kann". Von der Theaterpraxis her kann es Schellenbergermit dem Bühnenprofi aufnehmen. Sie war Mitglied der Komischen Oper am Rhein und als Oper-, Musical- und Operettensängerin international auf Reisen.

 

Dabei arbeitete sie mit Dirigenten wie Riccardo Muti oderZubin Mehta. Von der Generalversammlung der Seefestspiele Mörbischhieß es, das Gremium sei davon überzeugt, mit Dagmar Schellenberger nicht nur eine würdige Nachfolgerin für Harald Serafin gefunden, sondern auch sichergestellt zu haben, dass die Festspiele in eine neue, erfolgreiche Ära geführt werden. Frau Schellenberger sei ein Garant dafür, dass Mörbisch auch weiterhin die Pflegestätte für die klassische Operette bleibe, gleichzeitig aber mit vielen neuen Ideen und großer Kreativität dafür gesorgt werde, dass man auch vermehrt jüngeres Publikum für die Operette gewinnen könne.