Von der Kunst, Schokolade zu machen

Schokolade kann kaum jemand widerstehen. Sie ist lecker, macht glücklich, erfreut als Geschenk und im Adventskalender sowieso. In unserer ersten Adventskalendergeschichte geht es in die Schokoladenmanufaktur der Treuener Gaststätte "Vaterland". Zu gewinnen gibt es für unsere Leser heute die Figur "Finn mit Geschenk" aus der Serie "Finn & Finja" aus dem Hause Drechslerei Kuhnert Rothenkirchen.

Von Cornelia Henze

Treuen Ria Weller und ihr Mann Christian Weller-Musiol hätten im Leben nicht gedacht, dass ihre Fähigkeit, aus französischer Couvertüre feinste Pralinen herzustellen, noch mal ihr wirtschaftliches Überleben sichern könnte. Wie alle Gastronomen hat auch das Gastwirt-Ehepaar per Anfang November den Schlüssel zu seinem Restaraurant "Vaterland" rumgedreht. "Noch nie hatten wir im November und Dezember frei. Wir wissen gar nicht, was los ist", sagt Inhaberin Ria Weller (38), die gesteht, dass sie es trotz aller Sorgen genieße, so viel freie Zeit wie noch nie mit der siebenjährigen Tochter verbringen zu können.
Und: Den Kopf frei zu bekommen für das süße Geschäftsmodell. "Die Schokolade rückt nach vorn, wird zu unserer Schokoladenseite", sagt Christian Weller-Musiol. An den Vormittagen, an denen der gelernte Pâtissier sonst für seine Treuener Gäste fürs Mittagsgeschäft Schnitzel klopft und Spätzle kocht, schwingt er die Kelle, von der er flüssige Schokolade in Formen tropfen lässt. Formen für Tannenbäume und Nikoläuse fürs Weihnachtsfest, Ostereier im Frühjahr, Herzen zum Muttertag, runde und ovale für Pralinen fürs Naschen das ganze Jahr. Was seine Schokolade von einer herkömmlichen Tafel aus dem Supermarkt unterscheidet, sind die jeweils verwendeten Zutaten. Seine Couvertüre bestehe ausschließlich aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker - Zusatzstoffe gebe es keine.
Je dunkler die Schokolade, um so höher der Kakaoanteil. Dunkel heißt hochwertiger und letztlich auch kalorienärmer. Denn der Zuckeranteil sinkt, verrät der Schokoladenmacher. Schokolade auf den Idealzustand von 45 Grad erhitzen, sie herunterkühlen, umrühren, in die Form gießen, erkalten lassen und sensibel aus der Form drücken, Masse zum Füllen kreiern und alles kunstvoll verzieren: Das alles hat der gebürtige Schwabe von der Pike auf gelernt. Konditor von Beruf, zog es ihn und seine Backkunst in den Jugendjahren hinaus in die besten Hotels der Welt.
"Luxus wird dort groß geschrieben", erzählt Weller-Musiol von seiner Zeit in dem Münchener Fünf-Sterne-Haus. Fantasievolle Törtchen gebacken, Desserts bereitet und Pralinen gegossen hat Christian Weller-Musiol auch in Stuttgart, Frankfurt und der Schweiz. Und er hat die Gaumen der Redakteure der Süddeutschen Zeitung in der Münchener Betriebskantine erfreut.
Bei Feinkost-Käfer in München hat dann die Liebe zugeschlagen - nicht nur zur Schokolade, sondern zu Ria Weller, seiner späteren Frau. Ria, Koch gelernt, hat ihren schwäbischen Mann mit ins Vogtland gebracht. Vor sieben Jahren hat sie das "Vaterland" von ihren Eltern mit Mann Christian übernommen. Sie ist die Chefin, die sowohl Schnitzel und Spätzle als auch die Praline mit der Rechnung nach demMahl serviert. Er ist der Küchenchef für Herzhaftes und Süßes. Oder wie es Ria Weller bezeichnet: "Ich bin das Gesicht, mein Mann der Rücken." Die hohe Pralinenkunst, die, wie der Pâtissier selbst sagt, im Umkreis von 60 Kilometern kein zweites Mal zu finden sei, kennen die Treuener Stammgäste schon gut. Auf dem alljährlichen Weihnachtsmarkt und auch vor Ort im Restaurant können die Kunden die neuesten Pralinen-Schöpfungen kennenlernen.
Besonders die Pralinen-Füllung lässt viel Raum für das Spiel und die Mixtur mit den Zutaten. Da mischt der Schokoladenmann Mango mit Balsamico, Schwarze Johannisbeere mit Haselnuss. Und er lässt die Geschmacksknospen explodieren mit nicht alltäglichen Früchtchen, wie Passionsfrucht oder der asiatischen Zitursfrucht Kalamansi, einer Kreuzung zwischen Mandarine und Zitrone.
Jetzt, wo die Gaststätte zu hat - und das tut sie laut Familie Weller bis Jahresende auf jeden Fall - gibt es Zeit, um neue Süßigkeiten auf den Markt zu bringen. Weihnachten 2020 überrascht das Paar mit Mini-Schokotäfelchen, auch in ausgefallenen Geschmackssorten Erdbber, Himbeer und Butterkeks-Karamel. Und mit flüssigen süßen Sünden: Glühwein und Eierlikör zum Löffeln "to go".
Am vierten Adventssonntag verwandelt sich das "Vaterland" in ein Pop-up-Schokoladengeschäft - und wer mag, darf sich der süßen Sünde leidenschaftlich ergeben.

Kalenderblatt 1

Wie heißt die asiatische Zitrusfrucht, die Christian Weller-Musiol in die Pralinen füllt? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 4. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen sich über Facebook an dem Rätsel, unter Kennwort: Kalenderblatt 1.
Zu gewinnen gibt es eine Figur der Serie "Finn & Finja", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
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