Vom Spielzeug zum Sportgerät

Hula Hoop ist eine unterschätzte Sportart. Das Training mit dem Reifen erlebt seit einiger Zeit ein richtiges Comeback. Gerade aktuell ist es eine super Art der Bewegung und deshalb genau richtig für "Fit im Vogtland".

Von Stephanie Rössel

Plauen Ein Sport, dem man alleine und ohne viel Aufwand nachgehen kann ist Hula Hoop. Viele kennen die Reifen noch aus der Kindheit. Die einen mochten es, andere haben es nie geschafft ihn mit kreisenden Hüften oben zu halten.
Noch gibt es keine offiziellen Vereine dafür in der Region, einzelne Kurse wurden hier und da schon angeboten. Außerdem gibt es verschiedene Bücher und Videos, die Grundlagen vermitteln. Die Trainingsart fördert die Ausdauer und kräftigt die Muskeln im Bauch und dem unteren Rücken. Bei Problemen mit der Bandscheibe ist allerdings Vorsicht geboten. Auch wer diesen Körperbereich sonst eher wenig trainiert, sollte unbedingt mit Aufwärmen und langsamen Rumpfbewegungen beginnen.
Während die Reifen früher aus leichtem Plastikmaterial oder ganz schmal aus Holz waren, gibt es das Sportgerät inzwischen aus verschiedenen Materialien, Stärken, in verschiedenen Durchmessern und Gewichten und sogar mit Noppen. Der richtige Reifen ist für ein erfolgreiches Training entscheidend, dabei sagt man, dass es für Anfänger besser ist, je schwerer er ist. Bis 80 kg Körpergewicht sind 1200 Gramm empfohlen, bei bis zu 100 kg Körpergewicht sollte man zu einem Reifen bis 2000 Gram greifen. Beim Durchmesser besagt eine Faustregel, dass der Hula Reifen im Stand vom Boden aus bis zur Hüfte bzw. bis zum Bauchnabel reichen sollte. Ich habe lange im Internet recherchiert und gesucht, bis ich einen Reifen gefunden habe, der gute Bewertungen hatte, für mich passend und auch verfügbar war. Über einen langen Zeitraum waren die Reifen in den vergangenen Monaten immer wieder ausverkauft. Ich hatte ein wenig Bedenken, denn vielen Berichten nach verursachen die ersten Trainingseinheiten blaue Flecken oder misslangen. Trotzdem versuchte ich es einfach. Hüftbreiter Stand, ganz leicht in die Knie gehen, den Reifen am unteren Rücken anlegen, die Hüfte rhythmisch vor und zurück zu bewegen und ihn durch die Hüftbewegung oben halten. Theoretisch funktioniert das. Praktisch nicht gleich. Irgendwie war das als Kind gefühlt einfacher, aber wenn man den Dreh raus hat, macht es wirklich Spaß. Musik kann im Übrigen gut dabei helfen.
Zehn bis 15 Minuten mehrmals in der Woche sind sehr effektiv. Ein Reifen kosten je nach Art zwischen zehn und 50 Euro. Wenn der Reifen rhythmisch um die Hüfte, Beine, Füße, Arme, Hände oder Schultern kreist, nennt man das Hoopdance.