Vom Orient bis an Fjorde

In der Auerbacher Göltzschtalgalerie präsentierte sich mit dem "Susan Weigert Rainbow Trio" ein Ensemble, das mit Recht mit Vorschusslorbeeren bedacht wird.

Von Hagen Hartwig

Auerbach Das waren noch Zeiten: glückselige Freunde der gepflegten Jazz-Musik standen mit verklärtem Blick vor der Bühne der Auerbacher Göltzschtalgalerie und tanzten zur Musik. In der einen Hand ein Glas Bier, in der anderen die brennende Zigarette. Der Saal nikotingeschwängert, Blues und Jazz zauberten dazu eine besondere Atmosphäre ins Kulturkirchlein.
Heute ist alles anders. Seit vielen Jahren ist das Rauchen in öffentlichen Häusern gesetzlich verboten. Im Laufe der Zeit sind auch die einst so agilen Jazzfans ruhiger geworden. Sie genießen ihre Musik nun auf gepolsterten Stühlen. Aus den einst munteren Burschen mit wallendem Haar sind heute seriöse Herren mit lichtem Kopfschmuck geworden. Wurde früher nach einem Konzert noch intensiv an der Galeriebar gefeiert, geht es heute schnell nach Hause. So auch am letzten Samstag. Da spielte das "Susan Weigert Rainbow Trio" gepflegten Experimental-Jazz in zwei Sets. Punkt 23 Uhr war alles zu Ende, die "Silberrücken-Zuhörerschaft schlurfte müde, aber musikzufrieden, schnell nach Hause.
Die extrem jazzige Klangwelten, gespielt vom "Susan Weigert Rainbow Trio", verlangten intensiven Zuhören. Die Musik, sicherlich nicht Jedermanns Geschmack, kam aber bei den Profis des Auerbacher Jazzclubs gut an. Der in den vergangenen drei Jahrzehnten sehr aktive Club stellte den Kontakt zu dem gefeierten Rainbow-Trio her. "Wir suchen uns immer besondere Musiker und Bands aus. In Zusammenarbeit mit der Göltzschtalgalerie läuft dann der Rest", berichtet Ulli Morgner, der Chef des Auerbacher Jazzclubs. Susann Weigert an der Gitarre, Pianist Sebastian Volta und Martin Weinert am Bass, lieferten buchstäblich eine musikalische Weltreise ab. Mit ihren jazzigen Klängen entführten sie die Zuhörerschaft in den Orient, an die norwegischen Fjorde bis hinein ins urbane Leben der Großstadtmetropolen. Daraus entstand eine Mixtur von Klassik, Jazz- und Weltmusik. "Auch wenn das hier nur ein sehr kleines Haus ist. Die feine Akustik in der Göltzschtagalerie kam unserer Musik sehr zugute", lobte Susann Weigert am Ende des Konzertes.