Vom Hass zur Liebe

Wieder machen die Schüler des Gymnasiums Markneukirchen mit einem Musical auf sich aufmerksam - mehr als zwei Stunden Musik, Tanz und Gesang im König Albert Theater in Bad Elster. Eine Hauptrolle gehört dem König des Spuks.

Von Steffen Adler

Bad Elster - Mehr als 80 Schüler der Klassen 10 bis 12 präsentierten das Musical "Schrille Nacht - ein Weihnachtsalptraum" - in mehreren Aufführungen: Das Musicall thematisiert den Kontrast zwischen dem irländisch-amerikanischen Volksbrauch Halloween und den traditionellen Feierlichkeiten des Weihnachtsfestes hierzulande:
Jack, der König des Spuks, ist nach Jahrzehnten als Zeremonienmeister des Grauens seiner Arbeit überdrüssig, beschließt, sich nach neuen Herausforderungen umzusehen und widmet sich auf seine Art dem geliebten Weihnachtsfest: Halloween mit Vampiren und Blutegel und all den anderen, immer neuen Kreaturen aus Doktor Finkelsteins "Traumfabrik" haben ihn müde werden lassen. Rastlos und ratlos läuft der Meister des Spuks umher, bis er sich schließlich im Weihnachtsland wiederfindet.
"Ich glaub, ich träum!" singt Jack begeistert von der wunderbaren menschlichen Wärme, die ihn umgibt - samt dem Erlebnis, wie schön es sein kann, den anderen Freude zu bereiten. Er beschließt spontan, das Fest für Jedermann soll diesmal ihm und seinem Gefolge gehören. Selbst die ihn mit liebevollem Gesang "Ich bin immer da für dich" umschwärmende Sally kann ihn nicht von dem Plan abhalten, mit seinen Gehilfen der Furcht, Angst und Schrecken den "Nicograus" zu entführen. Jack, fest entschlossen, das Fest selbst zu zelebrieren, scheitert jedoch daran, es überhaupt zu verstehen und gerät schließlich an die Grenzen seiner Kräfte.
Während der Weihnachtsmann in die Fänge der Oogie-Boogie-Bande gerät, versetzen Jacks Weihnachtsgeschenke alle in Angst und Schrecken. Erst die mit Hilfe von Sally gewonnene Erkenntnis, wie wichtig es ist, von wem die Geschenke kommen und was sie uns bedeuten, lässt Jack verstehen, was er angerichtet hat.
Mit der Erkenntnis, das nicht gewollt zu haben, erwidert er bald die Liebe zu Sally, der Weihnachtsmann wird befreit, und es steht am Ende einem großem Fest nichts mehr im Wege.
Facettenreiche Musiktitel für Chor und Solisten in Verbindung mit passenden dialogischen Szenen und ideenreichen Choreografien trugen zu einer glanzvollen Aufführung bei. Inspiriert wurde das Kreativteam zum neuen Musical durch den Animationsfilm "The Nightmare Before Christmas" aus dem Jahr 1993.
Auch in der aktuellen Produktion wurde das Team von einigen ehemaligen Schülern unterstützt. So übernahm der freischaffende Komponist Sebastian Wildgrube die Kompositionen und Arrangements und Richard Straube die Inszenierung des Musicals. Die musikalische Gesamtleitung lag erneut in den bewährten Händen von Michael Straube, der dabei von Dr. Enrico Weller maßgeblich unterstützt wurde. Leider konnten von den ursprünglich 14 geplanten Aufführungen nur 6 am Wochenende präsentiert werden, da der Veranstaltungsbetrieb in Bad Elster und Bad Brambach wegen Corona bis 30. November eingestellt werden muss. Bereits zu den Aufführungen am vergangenen Wochenende - welche die Schüler mit Klarsichtmasken präsentierten - wurden umfangreiche Hygienekonzepte umgesetzt. Auch die Zuschauer - welche während der Theaterveranstaltungen durchgehend zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtet waren - konnten letztlich auch nur persönlich empfinden, ob eine Veranstaltung unter diesen Bedingungen wirklich noch kultureller Genuss im königlichen Ambiente war