Volle Kanne in der Wanne

Das vierte Badewannenrennen am Samstag in Zwota, das Walfisch-Gastwirt René Goram 2009 wiederbelebte, brach ohne Übertreibung alle Rekorde. Rund um den Walfischteich wurden selbst die "billigen Plätze" knapp, wo sich die Schaulustigen in guter vierstelliger Zahl versammelt hatten. Und auch die Zahl der Teams steigerte sich von acht im letzten auf 13 in diesem Jahr. Neben dem bekannten "Team Moskau" gab es etwa "Fuchsbauracing" oder die "Hip Shippers".

Erstmals hatten René Goram und Lehrer a.D. Hans-Jürgen Bergelt Regeln in Stein gemeißelt, da es im letzten Jahr einige Differenzen gab. Die wichtigsten sind, dass zumindest etwas wannenähnliches die Basis des Gefährts sein muss und ausschließlich Muskelkraft zum Einsatz kommt.

Wie 2011 gab es zwei Mädchengruppen. "Die drei Wilden" mit Gwendolyn Neidhardt, Laura Goram sowie Melanie Reichelt und "Donner und Doria" mit Lena Glaß und Patricia Bammler, die gegeneinander antraten. Die "Komagruppe 3,8 Promille" war mit drei Mannschaften und ihrem "Komamaran" aus zwei Zinkwannen nebst Abflussrohr dabei.

Sie konnte sich in den drei Jahren zuvor stets das 50-Liter-Fass Bier sichern, doch dieses Mal gab es lange Gesichter. Grund: Das schnittige hydrodynamische Gefährt des "Zwoticher Grillclubs" mit Schwimmkörpern aus Schaumstoff und die geballte Muskelkraft der "3 Sahneschnitten", wohinter sich Bäckermeister Frank Behrendt nebst Gesellen verbarg. "Da können wir nur noch hoffen, dass jemand gewinnt, bei dem wir mitsaufen können", so ein Gruppenmitglied. Das wären etwa die Hämoriders gewesen, die sich zwar sehr wacker schlugen, jedoch zum Schluss nur auf Platz 3 kamen.

Und dort reichte das ausgelobte 5-Literfass Bier ja kaum für den Eigenbedarf. Überglücklich Gwendolyn "Line" nach der ersten Runde: "Wir wollten unbedingt weiterkommen, und das haben wir geschafft!" "Schiffsuntergänge" gab es nur einen, und zwar ausgerechnet von der Wasserwacht. Doch extremer Tiefgang und suboptimale Antriebstechnik ließen die Wanne vollaufen, so dass auf halben Strecke Schluss war. In einem spannenden Finale sicherte sich der "Zwoticher Grillclub" den ersten Preis vor den "3 Sahneschnitten." Zwotas Bürgermeister Thomas Hennig zeigte sich von der Resonanz begeistert. "Wo sonst zieht so ein kleines Dorf kurz hintereinander so viele Besucher an?"