Volkszorn entlädt sich an B 92

Klartext verlangen die Bürger in Sachen Bau der B 92. Für 2014 stehen weitere Einschränkungen fest. Was genau gebaut wird, das sollen zuständige Behörden nun in einem Bürgerforum erklären, fordert Landrat Dr. Tassilo Lenk.

Adorf - Ingo Blei ist als Polier beim VSTR ein Mann der Tat. Ranklotzen gehört beim Bau dazu. Die Baustelle an der B 92 bei Adorf liegt ihm und seinen Leuten jedoch schwer im Magen und er möchte sie wohl so schnell als möglich hinter sich lassen. Es hagelt Kritik, obwohl die vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV) vorgegebene Bauzeit von vier Monaten lediglich um eine Woche überschritten wird. "Statt 15. November wird die Straße am 25. November nutzbar sein", erklärte er am Dienstag vor Ort. Das bestätigt auch VSTR-Geschäftsführer Franz Voigt. Man habe exakt nach Ausschreibung gebaut unter erschwerten Bedingungen. Für Rettungsdienst und Bus galt es trotz Vollsperrung eine Spur offen zu halten. Daher war auch zeitweise eine Behelfsstrecke nötig, die später wieder rückgebaut wurde. Neue Sammler wurden verlegt, der grundhafte Ausbau ist noch im Gange. Ein parallel oberhalb der B 92 laufender Wirtschaftsweg wurde fertig gestellt.

Kleine Veränderungen hatten sich wegen des Baugrundes ergeben, was im Nachhinein zu Verzögerungen führte. Mehr Leute vor Ort und Schichtbetrieb hätte nach Voigts Meinung auf diesem gedrängten Bauumfeld keine wesentlich kürzere Bauzeit bedingt. Immerhin sind es nur knapp 500 Meter, die hier für gut 800 000 Euro grundhaft ausgebaut werden. Die Fahrbahn wird am Ende acht Meter breit. Die Anbindung Richtung Leubetha ist vorbereitet. Dort stößt man allerdings auf drei Brücken, die noch erneuert werden müssen und die Bahnbrücke, deren Erneuerung ebenso noch aussteht. . . Wann dort gebaut wird, ist noch offen und sorgt nicht nur deshalb für erneuten Frust bei den Anwohnern.

Zu welchen Bedingungen die B 92 ausgebaut wird, lege der Bauherr fest in der Ausschreibung, erklärt Franz Voigt. Die Verantwortung hierfür trägt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. "Ich hoffe, dass Sie eher gehört werden, als ein einfacher Bürger", wendet sich Robert Kirmse frustriert an Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt und an die Medien. Ihm reicht es endgültig, auch wenn für den Adorfer in Sachen Baustelle B 92 das Kind schon längst in den Brunnen gefallen ist. Bereits seit Juli machte Robert Kirmse auf Ungereimtheiten aufmerksam, forderte klare Aussagen, auch vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV). Eine Antwort von dort kam nicht. Dafür sickerte die Nachricht von der Bauverzögerung durch. Nun soll jedoch der Schrecken mit Vollsperrung, Umleitung und weiteren Einschränkungen durch neuerliche Baumaßnahmen auch 2014 noch kein Ende haben. Was genau wann passiert, lässt sich noch nicht sagen.

Selbst Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt gestand, von der jüngsten Bauzeitverlängerungen bis 25. November erst aus der Zeitung erfahren zu haben. Das von Landrat Lenk geforderte Bürgerforum sei daher mehr als überfällig. Dort soll vor allem das LaSuV Rede und Antwort stehen. Wird der Kreuzungsbereich am Abzweig Freiberg 2014 angehoben, muss auch die Brücke (Richtung Adorf) erneuert und angehoben werden. Geplant sei bisher halbseitige Sperrung. Genau Planungen hierfür liegen wiederum im LaSuV, bei Niederlassungsleiterin Steffi Schön. . .