Volkssolidarität: Kritik am Personalschlüssel

Der Kreisverband der Volkssolidarität Plauen/ Oelsnitz hat seinen Jahresbericht 2009 vorgelegt. Bei der Delegiertenversammlung wurde zudem ein neuer Vorstand gewählt. Den Vorsitz nimmt Andreas Wolf ein, Stellvertreter ist Jochen Stüber. Der Bericht zieht in Zahlen und Fakten Bilanz über die ehrenamtliche und professionelle Tätigkeit des Verbandes.

Derzeit sind 2100 Mitglieder in der Volkssolidarität im Kreisverband organisiert. Über 300 Mitarbeiter sind in den Einrichtungen beruflich tätig, sei es in der ambulanten Pflege, im Altenpflegeheim Plauen Mitte, in den Kindertagesstätten (zehn Einrichtungen) oder in der Verwaltung. Als positiv bewertet wurde seitens des Vorstandes die Erhöhung der Gehaltstabellen in allen Bereichen. Geschäftsführerin Sabine Schwarz betrachtet eine bessere Motivation für und Organisation der Arbeit im Bereich Kita und in der Pflege als einen Grundstein für Stabilität und Zufriedenheit sowohl bei den Mitarbeitern als auch den zu betreuenden Menschen aller Generationen. "Uns wäre es sehr recht, würde der so genannte Personalschlüssel in den Kitas anders gestaltet", beschreibt Sabine Schwarz ein Beispiel.

Bisher lautet dieser Schlüssel, dass 13 Kinder auf einen Erzieher kommen, die Forderung der Volkssolidarität lautet ein Verhältnis von zwölf zu eins. Auch in der Pflege sehen die Verantwortlichen die Leistungen des Personals als Fundament für Erfolg. "Die Belastungen in diesem Bereich sind dauerhaft hoch, was unsere Mitarbeiter in der Pflege leisten müssen - das verdient unseren Respekt", sagt Waltraud Klarner, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes und Sozialberaterin.

"Die Mitarbeiter fühlten sich mitunter schon sehr belastet, also müssen wir uns ständig mühen, sie zu motivieren, zu unterstützen und ihnen ein angenehmes, geordnetes, gut ausgestattetes Arbeitsumfeld schaffen", sagt die Geschäftsführerin. Man verhehle dabei nicht, dass der Personalschlüssel aufgrund der Bestimmungen der einzelnen Pflegestufen der Kassen am Limit angesiedelt sei. Und wenn wir die ehrenamtliche Leute und die im freiwilligen sozialen Jahr nicht hätten, gäbe es noch mehr Probleme", spricht Waltraut Klarner Klartext. "Uns freut es umso mehr, dass im Bereich der Pflegehilfskräfte der Mindestlohn von 7,50 Euro jetzt endlich vom Gesetzgeber festgelegt wurde", sagt Schwarz.

Den Ausblick für dieses und die weiteren Jahre sieht der Vorstand optimistisch. Die Mitgliederzahlen seien stabil. Mehrere größere Baumaßnahmen sind schon im Gange, so der Bau des neuen Mehrgenerationenhauses in Oelsnitz, die energetische Sanierung der Kita Märchenland sowie in der Kita Sonnenschein. Der Spatenstich für den Neubau des Hortes in Pausa ist ebenfalls erfolgt. fb