Volksmusikstars hautnah im Hilmo-Stadl

Mit dem dritten Oktoberfest startete der Hilmo- Stadl um Stadl-Wirt Eberhard Hertel in die nächste Herbst-/Wintersaison. Rund 150 Gäste erlebten Samstagnachmittag ein vielfältiges Festprogramm.

Greiz - Bereits 90 Minuten vor Beginn des alljährlichen Oktoberfestes nahmen die ersten Stadl-Fans ihre Sitzplätze an den typisch-bayrisch geschmückten Tischen ein. Und dieser blau-weiße Stil spiegelte sich ebenso in der Decken- und Bühnendekoration sowie in Dirndln und Trachten etlicher Gäste wieder. Kaffee und Kuchen versüßten die verbleibende Zeit, bis Stadl-Wirt Eberhard Hertel mit der eigens komponierten Hilmo-Stadl-Hymne, das dritte Oktoberfest eröffnete. Rainer Trautlofft, der zusammen mit seiner Frau Ingrid im Jahre 2012 den Stadl ins Leben gerufen hatte, hieß das Publikum willkommen und machte Appetit auf das sich anschließende musikalische Programm.

Routiniert startete Eberhard Hertel mit Liedern wie "Gönn dir doch mal was Gutes" und "Grad die späten Rosen" in den musikalischen Nachmittag. Es dauerte nur wenige Augenblicke und schon hakten die Anwesenden ein und schunkelten zu Semino Rossis-Hit "Rot sind die Rosen", welchen der 76-jährige Oelsnitzer bestens interpretierte. Diesem musikalischen Einstand schloss sich Heidi Heidtmann an.

Hertel beschrieb bei seiner Begrüßung die gut beleibte Schwarzhaarige mit den Worten "die Süße aus dem Sauerland". Und diese jodelte sich mit ihrem klangvollen Potpourri aus Neuzeitlichem sowie Titeln aus den letzten Jahrzehnten in die Herzen des Publikums. "Ich dachte, ich sei in München aber ich bin ja im schönen Hilmo-Stadl", schmeichelte die füllige Volksmusikantin dem Publikum. Vom ersten Augenblick an überzeugte Johannes Spanner aus Österreich mit seiner kräftigen, gefühlvollen Stimme. Während Andreas Gabalier vor tausenden Fans in Regensburg auf der Bühne spielte, gab der 20-jährige Spanner im kleineren Rahmen ebenso Vollgas.

"I sing a Liad für di" sorgte er für Jubelstürme und riss auch den letzten Stadl-Gast vom Stuhl. Und diese erlebten einen Virtuosen auf dem Heimat-Expander, wie er und seine Landsleute liebevoll die Ziehharmonika nennen. Auf Wunsch des Stadl-Paars Trautlofft, das im Vorfeld der Veranstaltung mit Spanner das Experiment "Andreas Gabalier-Double" vereinbarte, bot der 20-Jährige aus der Steiermark noch weitere Lieder des "Volks-Rock?n?Roller" dar. Johannes Spanner schaffte es ebenso wie der große Gabalier mit ruhigen-melancholischen Klängen bei "Amoi seg? ma uns wieder" die Herzen des Publikums von einer anderen Seite zu berühren. Der charmante Typ hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei den Anwesenden und man darf gespannt sein auf den weiteren Verlauf der Karriere des jungen Österreichers.

Nach diesen sanfteren Tönen eroberte das frech-witzige Sachsenkind Friedlinde die Sympathien der Gäste im Sturm. Die vierjährige Dresdner "Großgusche", die im wahren Leben Petra Hoffmann heißt und seit über 20 Jahren auf der Bühne steht, kam mit kunterbunten Outfit und farbigzotteligen Haaren daher. Mit ihrer süßen, kindlichen Stimme erzählte die kleine-große Blonde aus dem Alltag ihrer Familie und erklärte zum Beispiel, dass alle anderen außer Sachsen "Misch-Masch" seien.

In der darauffolgenden halbstündigen Pause, verwandelte sich die Bühne in eine weiß-blaue Wettkampfstätte. Im zweiten Teil des Festaktes verriet Volksmusik-Urgestein Eberhard Hertel, was es damit auf sich hatte. Gesucht wurde der "Beste Nagler im Hilmo-Stadl". Der oder die Schnellste im Nageln, musste so flink wie möglich drei Nägel in einen Balken vollständig einschlagen. Unterhaltsam war das Nagelverhalten der Teilnehmer allemal. Am Ende schwang Uwe Schuster seinen Hammer am schnellsten und gewann das Spaßturnier. Gekrönt wurde sein Sieg mit einer Flasche Sekt.

Aufmerksam und sichtlich beeindruckt verfolgten nicht ganz alltägliche Stadl-Gäste die Auftritte der Volksmusikstars. Vogtland-Anzeiger- Herausgeber Wilfried Hub lud vier Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan ein und bot diesen eine willkommene Abwechslung zum sonst mit Sorgen gespickten Flüchtlingsalltag. Neben weiteren Auftritten von Heidi Heidtmann, Sachsenkind Friedlinde und dem kommenden Stern am Musikhimmel Johannes Spanner, der auch mit eigenen Liedern das Publikum vollkommen zufriedenstellte, heizte die sympathische Vogtländerin Jana Sammer den gut gelaunten Gästen ein. Mit Liedern von Helene Fischer oder Vicky Leandros wurde sie zu einem weiteren Höhepunkt an diesem Stadl- Nachmittag.

Für den krönenden Abschluss legten sich alle Interpreten samt Stadl- Wirt Hertel und Stadl-Paar Trautlofft ins Zeug. Gemeinsam sangen sie die inoffizielle Hymne der Volksmusik "Sierra Madre".