Vogtlands Müllgebühren steigen - und sinken

Entspannung an der vogtländischen Müllfront - wenn der Kreistag am Donnerstag die neue Gebühren beschließt: In Plauen sollen sie um 7 Euro pro Person und Jahr steigen, im übrigen Gebiet ein wenig sinken.

Plauen - Der Müllausschuss hat den Weg freigemacht - nach heftigem Streit zwischen Landrat und Plauener Oberbürgermeister. Noch im September hatten den Plauenern Gebührenerhöhungen von bis zu 70 Prozent gedroht. Das rief eine Protestwelle hervor. Jetzt behält Plauen eine eigene Gebührensatzung - bis 31. Dezember 2018.

Bisher war offen, wie sich die angelaufenen Verluste von über 2,3 Millionen Euro auf Plauens Müllgebühren auswirken, schreibt der Plauener SPD-Stadtrat Wolfgang Alboth in einer Pressemitteilung. "Es wurde eine Lösung gefunden. Die Abfallgebühren im Vogtland werden im nächsten Kalkulationszeitraum von fünf Jahren mit insgesamt 10 Mio. EUR aus den Rücklagen des Entsorgungsverbands Vogtland gestützt. Die Rücklagen werden laut Einwohnerzahlen aufgeteilt, so dass der Stadt Plauen 2,7 Mio. EUR und dem übrigen Vogtlandkreis 7,3 Mio. EUR zur Gebührenstabilisierung zur Verfügung stehen."

Alboth zufolge erfolgt die Rücklagenverteilung nach der Einwohnerzahl. Eine Änderung lehnte der Kreis ab. Für Plauen günstiger wäre, die eingebrachte Müllmenge als Grundlage zu nehmen - Plauener produzieren 40 Prozent mehr als Nichtplauener - und damit auch mehr Rücklagen. Es sei also falsch, so zu tun, als müsse der Vogtlandkreis für die Gebührendeckung der Stadt Plauen aufkommen. Es sei genau umgedreht: Plauen leiste einen Solidarbeitrag für die Region, schreibt Alboth, der kritisiert, dass Plauenes OB Oberdorfer nicht teilgenommen hat an der Sitzung des Müllauschusses.

Grünen-Kreisrat Professor Volker Liskowsky aus Reichenbach zeigt sich zufrieden mit dem Kompromiss. "Die Gebühren in Stadt und Land gleichen sich an." ufa