Vogtlands "Goldene Stimme" ist weg vom Schlager

Es ist ein Datum, das Erfolg verspricht. Vor genau 57 Jahren erblickte Vicky Leandros in Paleokastritsa auf Korfu das Licht der Welt. Genau am gleichen Datum begann vor 15 Jahren die Grünbacher Sängerin Jana ihre Bühnenkarriere und trat damit sozusagen in die Fußstapfen des großen griechischen Schlagerstars.

Doch für die goldene Stimme des Vogtlandes ist nach einem anderthalben Jahrzehnt noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Nach ihrem Genrewechsel von der Volksmusik zum modernen Schlager will die Grünbacherin mit ihrem neuen Album "Wie ein Tattoo" erst recht bundesweit durchstarten. Begangen wird des Jubiläum am Sonntag auf der Landesgartenschau in Reichenbach. "Es ist der ideale Rahmen und der ideale Platz dafür", freut sich Jana auf den Auftritt. Im Reichenbacher Blumenmeer wird sie dem Publikum dann ihre neuen Songs präsentieren. Neu ist tatsächlich das Stichwort, denn der Stilwechsel ist offensichtlich.

Diejenigen, die mit der Vogtländerin Volksmusik verbinden, werden überrascht sein. Moderner Schlager mit Latino-Elementen sind ihr neues musikalisches Gesicht. Um für das richtige Flair zu sorgen, arbeitete die 38-Jährige mit einem Tanzstudio zusammen. Der Rhythmus soll in die Hüften gehen. Daneben gesellen sich auch langsamere Stücke hinzu. Balladen, die durch Janas lyrische Stimme ans Herz gehen sollen.

"Das neue Album ist ein rundes Programm, mit dem ich meine Präsenz als Schlagersängerin bestätigen möchte", erläuterte die gebürtige Zwickauerin ihre neue Produktion, die sie gemeinsam mit Helly Kumpusch aufgenommen hat. Der Österreicher soll Janas Karriere einen weiteren Push in Deutschland geben. Denn während sie in Österreich und im Westen Deutschlands Erfolge mit TV-Auftritten und im Hörfunk einfährt, könnte sie in Ostdeutschland noch mehr Schwung vertragen. "An den Titeln liegt es sicher nicht. Trotzdem ist es schwer Fuß zu fassen. Mein großer Vorteil ist, dass ich nicht darauf angewiesen bin, jedes Angebot anzunehmen." Ihr Standbein hat sie dennoch in der Musik: Im fränkischen Naila ist sie verbeamtete Grundschullehrerin - natürlich für Musik. In den 15 Jahren auf der Bühne vermied sie deshalb auch überhastete Entscheidungen. "Es ging alles peu a peu voran. Sicher gab es immer einmal wieder Stagnationen, aber letztlich konnte ich viele Erfolge verzeichnen."

Früh begann sie im Chor, der für sie wie eine zweite Familie wurde. Es folgte die klassischen Gesangsausbildung am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau. In ihre Heimatstadt kehrt sie im September wieder zurück - für die BaRockOper "Carnevale Mystico". Unter der Regie von Holger Wettstein spielt sie die Braut Carlotta in einem venezianischen Intrigenspiel um Liebe. "Es wird schauspielerisch sehr viel von mir verlangt. Das ist eine echte Herausforderung", schaut sie auf den Premierentermin am 11. September. Am 26. September kommen dann auch die Vogtländer im Plauener Theater in den Genuss der Rockoper. Die Proben dafür nahmen sogar soviel Zeit in Anspruch, sodass die geplante Fanreise mit der MSC "Magnifica" ins Mittelmeer verschoben werden musste - auf Ostern 2010. M. Schädlich