Vogtlands Erde bebt nachts um zwei

Die Erde hat im Vogtland wieder gebebt. In der Nacht zum Montag, 1.58 Uhr. Die Richterskala zeigte eine Stärke von 3,6 bis 3,8 an.

Plauen - Stark genug, um Vogtländer, Sachsen, Tschechen, Oberfranken und Thüringer aus den süßesten Träumen zu reißen. Gleich nach dem Beben quollen die sozialen Netzwerke über. Gemeldet wurden wackelnde Häuser, Betten, Regale, Gläser und vieles mehr. "Es handelt sich um ein Einzelbeben, wie auch schon die vom 24. und 31. Mai. Alle drei gehören nicht zu den für das Vogtland eigentlich typischen Schwarmbeben", sagt Dr. Ottomar Krentz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

In Zusammenarbeit mit den Unis in Freiberg und Leipzig sei auch dieses Beben erfasst und ausgewertet worden. Wie bei den Beben zuvor lag das Epizentrum erneut im tschechischen Nový Kostel bei Cheb. Zu spüren gewesen sei das Beben bis in den Raum Leipzig und Dresden/Pirna. Das bisher stärkste Beben in diesem Jahr ereignete sich am 31. Mai mit einer Magnitude von 4,2. Am 24. Mai lag der Wert bei 3,5. Dazwischen dürfte sich das Beben vom 4. August einordnen.

Um echte Schwarmbeben handelte es sich bei denen aus den Jahren 2008 und 2011. Dort lag der Höchstwert bei 3,8. Das bisher stärkste Beben in jüngerer Zeit ereignete sich im Winter 1985/86, wo die Richterskala eine Magnitude von 4,6 anzeigte. Laut Ottomar Krentz sei erst ab einem Wert von etwa 5 eine Gefahr für Hab und Gut, Leib und Leben zu befürchten. Obwohl nach den Beben im Vogtland immer mal wieder Schäden an Häusern gemeldet wurden, sei dies niemals bestätigt worden. Beim letzten Beben im Mai stürzte in Tschechien ein Schornstein ein. cze