Vogtlandmuseum ist einsatzbereit

"Wir sind sofort einsatzbereit und können das Vogtlandmuseum sehr kurzfristig öffnen", so Bürgermeister Steffen Zenner bei der Vorstellung des Jahresprogramms der Einrichtung.

Von Gabi Kertscher

Aufgrund der Corona bedingten Schließung im Frühjahr und im Dezember wurden laut Zenner 2020 nur 12.000 Besucher in den Plauener Museen gezählt. Sonst liege die Zahl laut Zenner bei 20.000. Die ausgefallene Weihnachtsausstellung habe die Mitarbeiter besonders betroffen gemacht. Das Museum wird weiterhin die finanziellen Mittel der Stadt bekommen und "nicht runtergefahren", betont Zenner.


Die Mitarbeiter sind nicht von Kurzarbeit betroffen. Man habe die Zeit genutzt und die Bestände katalogisiert und kontrolliert. In den nächsten Tagen wird die langgeplante Fenstersanierung beginnen. "Wir haben zu viel Licht in den Ausstellungsräumen" und das schade den Exponaten, erklärte Fachdirektor Dr. Martin Salesch. Die beauftragte Firma wird eine textile Verschattung anbringen. Damit werden Lichtschäden vermieden und das Klima deutlich verbessert.
Das im Jahr 2020 eröffnete Depot in der Seminarstraße werde gut angenommen und bietet das erste Mal in der Geschichte des Museums die Möglichkeit, Restaurierungsarbeiten durchzuführen. Hierfür wurde eine ausgebildete Fachkraft eingestellt. Die großen Räume bieten ausreichend Platz für die Gemäldesammlung und die Gebrauchskunstgegenstände sowie die Möglichkeit für Forschungen durch externe Wissenschaftler.


Wann das Vogtlandmuseum wieder öffnet, konnten weder Bürgermeister noch Museumschef sagen. Wenn es dann so weit ist, wird die Sonderausstellung mit Werken von Günter Weiß der erste Höhepunkt im neuen Jahr sein. Der vogtländische Künstler lebte von 1940 bis 2014 und hat eine sehenswerte Bandbreite an Techniken und Themen geschaffen. Neben Bildern wird ein Video zu sehen sein, dass Günter Weiß bei seiner Arbeit zeigt.


In weiteren drei Räumen wird bis zum Herbst eine neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte vorbereitet. Die Exponate reichen bis ins Mittelalter zurück und als Hauptthema das 2022 stattfindende Stadtjubiläum 900 Jahre erste Erwähnung Plauens haben. Neben vielen anderen historischen Objekten, Schriften und Bildern wird die Gefängnistür aus dem alten Rathaus zu sehen sein und die damit die Stadtgeschichte anschaulicher machen.


Steffen Zenner sprach von der Digitalisierung im öffentlichen Bereich und dass alle Kultur- und Sporteinrichtungen der Stadt einen hochleistungsfähigen Internetanschluss bekommen sollen. "Die Besucher sollen ihre Erlebnisse in alle Welt posten können." Salesch kommentierte, dass das Museum eine neugestaltete Homepage habe und in den sozialen Netzwerken stärker vertreten sei. Die Fäden hierfür hält Lukas Mathiaschek in den Händen. Eine seiner Hauptaufgaben wird das Marketingkonzept für das Weisbachsche Haus werden. Die Arbeiten im zukünftigen Plauener Textilzentrum gehen voran und es wird mit der Eröffnung im 1. Quartal 2023 gerechnet.


Ebenfalls umgebaut wird derzeit die erste Etage des Hermann-Vogel-Hauses in Krebes. Zwei große Sonderausstellungen widmen sich 2021 dem vogtländischen Zeichner und Poeten. Im ersten Teil sind seine bekannten Märchenillustrationen zu sehen. Die für Vogel wichtigeren Zeichnungen, waren seine Beiträge in der Satirezeitschrift "Fliegende Blätter", die im 2. Teil der Ausstellung anlässlich seines 100. Todestages gezeigt werden. Es wird ein umfangreiches Werkverzeichnis erstellt. Geplant ist, die Dauerausstellung im Hermann-Vogel-Haus am 1. April zu eröffnen. Man könne sich vorstellen, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Heimatvereinen, die Wanderwege rund um das Haus und im Burgsteingebiet mit Vogelschen Figuren zu bestücken, wurde von Zenner und Salesch mitgeteilt.


Weitere Veranstaltungen, wie "Schöne Steine" mit Mineralien aus der Sammlung von Heinrich Bräuer, Internationale Clara-Wieck-Tage im September oder eine Sonderausstellung "Otto Paetz - Die Schönheit der Platte" werden geplant teilweise bereits vorbereitet. Es soll auch wieder eine Weihnachtsschau mit dem Thema "Ein Licht im Dunkeln" geben.


Doch ein Schritt nach dem anderen: "Wir haben ein Hygienekonzept erarbeitet und warten nur noch auf die Genehmigung, öffnen zu dürfen", so die Verantwortlichen.