Vogtlandkreis will ab 2013 mehr Energie aus Biomasse erzeugen

Aus Baumschnitt, Ästen, Gras und Laub, kurzum "Biomasse", Energie erzeugen, das will der Vogtlandkreis ab 2013. Um dieses Thema ging es am Montag zur Bioenergietagung in Oberlauterbach.

Oberlauterbach - "93 Leute, darunter viele junge, waren heute da. Ich war erfreut über dieses starke Interesse", sagt Uwe Hergert, Energiebeauftragter im Vogtlandkreis. Landwirte, Bürgermeister, Ingenieure, Landschaftspfleger, Unternehmer zählten zu den Zuhörern im Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach - Referierende waren beispielsweise Thilo Lehmann von gleichnamiger Maschinenbaufirma in Jocketa und der Bürgermeister von Colditz/Zschadraß.

In der Kleinstadt werde seit etwa zehn Jahren Biomasse in Energie verwandelt. Die Zschadraßer geben im Bauhof Baum- und Grünschnitt ab - die Kommune lässt daraus Hackschnitzel fertigen, die in Biogas- oder Holzverbrennungsanlagen in Strom umgewandelt werden. Mit dem gewonnenen Strom werden kommunale Gebäude, wie etwa Kitas oder Rathaus, beheizt.

Ähnlich soll es ab 2013 im Vogtland funktionieren. In größeren Städten plant der Kreisentsorgungsverband Vogtland (KEV) Container für Biomasse aufzustellen, in die die Vogtländer Grün- und Baumschnitt kostenfrei entsorgen können. "Damit würden auch die vielen Feuer in den Gärten im April und Oktober wegfallen, und wir leisten einen Beitrag für den Klimaschutz", so Hergert.

Klimaschutz und Kostensenkung sind die Devisen im Energiekonzept des Kreises. Grün- und Baumschnitt waren bis dato ungenutzte Ressourcen. Unklar sei gewesen, in welchen Anlagen Biomasse nützlich verwertet werden kann. Infrage kommen Holzverbrennungsanlagen, die es in Schöneck, Klingenthal, Jößnitz und Mehltheuer gibt.

Hergert hofft, mit der Bioenergietagung Interesse geweckt und Verbündete für ein Netzwerk gefunden zu haben. In zwei Workshops ging es um den Anbau von Pflanzen wie Pappeln, Weiden oder Miscanthus (Schilf), die sich hervorragend als Brennstoffe eignen. cze