Vogtlandcop geht auf Täterjagd

Im Vogtland ermittelt jetzt der "Vogtlandcop". Das ist auch der Titel einer Krimikomödie des selbstständigen Filmproduzenten Pieter Müller. Der Auerbacher dreht im Vogtland mit vogtländischen Laiendarstellern die erste Staffel der Serie als semiprofessionelles Website-Format.

Von Cornelia Henze

AuerbachTatort Hammerbrücke: Ein junger Stricher wird tot aufgefunden. Die Spur führt ins Prostituierten- und Schwulenmilieu der Plauener Hammerstraße. Die neue Serienfigur, der Vogtlandcop geht auf Täterjagd. Vor allem authentisch soll er sein, der "Vogtlandcop", den Müller deshalb ausschließlich von Vogtländern spielen lässt. Was zumeist im nationalen und erst recht im internationalen Filmgeschäft ein No-Go ist, nämlich in breiter, schöner Mundart agierende Darsteller, ist hier ausdrücklich erwünscht. Vorbild für die Serie stehen Krimikomödien wie "Dampfnudelblues" oder "Der letzte Bulle". Der Plauener Frank Leonhard ist der "Cop": Ein kräftiger Kerl mit Bauchansatz, leicht ungepflegt, vom Wesen rau und ruppig. Sein Partner, das genaue Gegenteil: Ein smarter, junger Typ, bereit, die Karriereleiter im Polizeiapparat zu erklimmen, indem er als ewiger Besserwisser beginnt den alten Hasen zu nerven. Das ungleiche Paar begibt sich also auf Ermittlertour, wobei Pieter Müllers Kamera jede Menge Lokalkolorit einfängt.


Vier etwa 20-minütige Folgen will Pieter Müller für die erste Staffel abdrehen. Die ersten Drehs für Folge eins mit dem Untertitel "Männerträume" haben in Plauen begonnen. So wurde gestern eine Plauener Wohnung zum Drehort. Die Szene spielt im Zuhause der Freundin einer der Cops. Denn selbstverständlich erfährt der Zuschauer auch einiges aus dem Privatleben der Detektive. Zwei rote Fäden, so Pieter Müller, ziehen sich durch sämtliche Folgen, ungeachtet der jeweils in sich abgeschlossenen zu lösenden Fälle. Zurück greift Müller, der die Firma ppm-Filmproduktion betreibt, auf ein verlässliches Team von Laiendarstellern, denen man auch schon in den Amateurproduktionen "Ziemlich tot" und "One" begegnen konnte.
In beiden Filmen war Cop-Darsteller Tom Asmussen der Chef - von ihm stammte die Story, er war Produzent und Darsteller zugleich. Asmussens Erstling "Ziemlich tot", ein makaberer Krimi-Klamauk, feierte im kleinen Kreis von Filmfreunden im Herbst 2019 Premiere im Falkensteiner Clubkino. Aus der Präsentation auf Filmfestivals und im Open-air-Kino für alle wurde wegen Corona nichts, weswegen Asmussen den Streifen in drei Teilen nun auf Facebook und dem Youtube-Kanal seines Schwagers Pieter Müller veröffentlichte und in kurzer Zeit 6000 Mal aufgerufen wurde. Parallel zu seiner jungen Cop-Rolle produziert Asmussen (30) seinen zweiten Film "One" - ein Statement gegen Rassismus. Neben Asmussen gibt es ein Wiedersehen mit Vivien Müller und Uli Jonas, dem Pathologen-Team aus "Ziemlich tot", das abermals mit Skalpell und Mikroskop der Todesursache auf die Spur kommen will. Diesmal haben die Pathologen die Leiche des Stricherjungen auf dem Tisch zu liegen. Die Ehre die Leiche zu spielen fällt Daniel Segnitz zu, einem jungen Mann, der auch im wahren Leben gerne in Frauenkleider schlüpft und als "Conchita von Auerbach" im Vogtland bekannt wurde.


Sein Geld verdient Pieter Müller hauptsächlich mit Imagefilmen - die Krimikomödie sei ein echter Non-Budget-Film, eine reine Leidenschaft für Autor, Filmemacher und Darsteller. Zu sehen sein sollen die Folgen in den sozialen Netzwerken und vielleicht auch auf amazon prime. "Dabei sind alles Filmenthusiasten, die Spaß haben Hollywood im Vogtland zu machen, oder besser ein bisschen Vogtiwood."