Vogtlandbahn: Lokführer bleiben weiter ausgesperrt

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hat ihren Streik beendet. Damit wollen die Lokführer der Vogtlandbahn wieder arbeiten - jedoch sind sie vom Arbeitgeber weiter ausgesperrt.

Neumark - Vogtlandbahn-Geschäftsführer Hartmut Schnorr schließt nicht aus, die Aussperrung noch bis Ende Juli durchzuziehen. Der Notfallfahrplan bestehe noch fort, teilte am Mittwoch das Unternehmen mit. Damit wolle er einerseits der Taktik der GDL entgegenwirken, andererseits habe man sich seit 24. Juni wegen des Arbeitsstreikes mit der Situation arrangieren müssen, habe teure Trassen bei der Deutschen Bahn abbestellt, Triebwagen verstärkt in die Reparatur gegeben.

So wolle man den Bahnkunden derzeit lieber einen stabilen Notfahrplan bieten, anstatt Gefahr zu laufen, dass die Lokführer schon in Kürze erneut in Streik treten. Ausgesperrt sind derzeit noch 59 Lokführer und zwei Zugbegleiter - elf Lokführer kamen von sich aus zurück und haben ihre Arbeit wieder aufgenommen. Über firmeneigenes Intranet und über die Medien teile er mit, dass diejenigen, die "vom Arbeitskampf Abstand nehmen, mit offenen Armen wieder aufgenommen werden."

"Wirtschaftlicher Schaden, der durch Zugausfälle zustande kommt, liegt ab jetzt in Verantwortung der Vogtlandbahn", so GDL-Sekretär Frank Nachtigall, der von Einschüchterungsversuchen spricht, die die Kollegen noch mehr zusammenschweißen würden. Sollte das Unternehmen die Lokführer weiter aussperren, werde man vor Gericht gehen. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nicht unbefristet streiken.

Das haben wir bewiesen und sind nun für Verhandlungen bereit." Sollte der Konzern Nettinera, zu dem auch die Vogtlandbahn gehört, nicht auf die Forderungen nach einem einheitlichen Rahmentarifvertrag eingehen, könnte der Streik fortgesetzt werden. "Wir sind wieder arbeitswillig. Wir warten auf ein Zeichen vom Arbeitgeber", so Lokführer Jens Lüttchen.    cze