Vogtland sucht Heim für Flüchtlinge

Der Vogtlandkreis ist auf der Suche nach einem neuen Asylbewerberheim, nachdem die Zahl der Neuankömmlinge laut Landesdirektion auf 645 steigen wird. 220 Plätze fehlen. Aktuell sind 480 Asylbewerber in den beiden Heimen und Wohngemeinschaften untergebracht.

Plauen - Weltweit sind Menschen auf der Flucht. Sie suchen Sicherheit vor Kriegen, vor Terror und Gewalt. Ihnen muss geholfen werden. Und deshalb wird auch im Vogtlandkreis händeringend nach Unterkünften für Flüchtlinge und Asylbewerber gesucht. "Wir kommen bei der aktuellen Flüchtlingslage nicht um eine Gemeinschaftsunterkunft herum", sagte am Freitag Christina Uhlenhaut, Dezernentin des Vogtlandkreises für Recht, Sicherheit und Ordnung.

Im Mai hatte sie gehofft, im Vogtland ohne eine drittes Asylbewerberheim auskommen zu können, und hatte die dezentrale Unterkunft in Wohngemeinschaften favorisiert. Doch seitdem ist die Zahl der im Landkreis aufzunehmenden Asylbewerber von 440 auf aktuell 645 angestiegen. "Wir hoffen, dass die Prognose nicht zutrifft", meint Uhlenhaut. Aber die Lage in der Welt sieht anders aus. Anfang September wurden 50 Flüchtlinge von der Landesdirektion zugewiesen.

"Das war das erste Mal, dass zwingend Kapazitäten gefunden werden mussten", weiß Uhlenhaut. Schon im Blick sei als Heim in Plauen das ehemalige Konstruktionsbüro der Wema gewesen, habe sich allerdings zerschlagen "weil dort ein Gewerbegebiet ist". Nun habe der Landrat in einem Brief die Bürgermeister im Vogtland um Unterstützung bei der Suche nach einem künftigen Asylbewerberheim gebeten. "Die Gemeinden sind verpflichtet, Heime zu benennen", so Uhlenhaut. Immerhin drängt auch die Zeit. Denn wenn jetzt eine geeignete ehemalige Schule, Gaststätte, Pension oder ähnliches mit einer Kapazität bis zu 150 Plätzen gefunden werde, dauere es sicher ein Jahr, bis es als Heim bezugsfertig ist.

Die ehemaligen Asylbewerberheime in Schneckenstein, Posseck, Neustadt, Netzschkau und Reichenbach würden entweder andersweitig genutzt, seien verfallen oder abgerissen. Bis zum Jahresende werden erst einmal 220 Plätze benötigt. "Wir sind auch weiter vogtlandweit auf der Suche nach Wohnungen, vor allem in den Städten ", erklärt Uhlenhaut. "Bei der Betreuung der Asylbewerber hoffen wir später auch auf Unterstützung durch Sozialarbeiter der Wohlfahrtsverbände."

Die meisten Asylbewerber kämen weiterhin aus Syrien und Irak, aber neu auch aus Eritrea. Um zügig ein drittes Asylbewerberheim zu finden, haben sich im Landratsamt Experten von Bau bis Brandschutz bis hin zu Haupt- und Personalamt in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. "So kann bei einem geeigneten Objekt schnell gestartet werden", meint Uhlenhaut. M.T.