Vogtland-Rebellen fiebern Super Bowl entgegen

Die American Footballer der Vogtland Rebels rüsten sich - für die neue Saison und den Super Bowl. Der steigt in der Nacht zum Montag in Atlanta.

Von Mario Wild

Treuen - "Jeder American Football- Fan fiebert dem Super Bowl entgegen", sagt Lucas Kölbel, Vereinsvorsitzender der Vogtland Rebels. In wenigen Stunden ist es so weit, dann steigt in Atlanta das größte Einzelsportereignis der Welt - verfolgt von weltweit rund 800 Millionen Zusehern. Super Bowl - das ist das Endspiel um die US-Meisterschaft im American Football. In diesem Jahr heißt es Alt gegen Jung. Die erfahrenen New England Patriots um Altmeister Tom Brady treffen auf die Newcomer der Los Angeles Rams. 
Lucas Kölbel erwartet ein enges und spannendes Spiel. Ideal zu (eigentlich) nachtschlafender Zeit. "Die Tagesform wird entscheiden. Verdient hätten es jedenfalls beide", sagt der Chef-Rebell des Vogtlands. Zu einem Tipp lässt er sich nicht hinreißen - gibt aber zu, dass er eher den Kaliforniern den Sieg gönnt. Das trifft auf Thomas Schulze, Cheftrainer der Vogtland Rebels, ganz bestimmt nicht zu. Dieser ist erklärter Fan der in der Nähe von Boston beheimateten Patriots, gibt Kölbel preis. Sein Lieblingsteam ist im Super Bowl nicht mit dabei, obwohl die Minnesota Vikings vor der Saison als einer der heißesten Anwärter auf die Meisterschaft galten. 
Der Großteil der Rebellen sieht sich die Partie "in einer Location" in Reumtengrün an. Bis zu 50 Personen feiern dann wieder eine große Super-Bowl-Party. Und der eine oder andere Akteur geht am Montag wohl ohne Schlaf auf Arbeit oder in den Hörsaal. 
Das gemeinsame Schauen hat bereits seit der Vereinsgründung Tradition. Die erfolgte im Jahre 2014. Das heißt: Die Vogtland Rebels feiern heuer ein kleines Jubiläum. Und der Neugeborene von einst hat sich prächtig entwickelt. Der Beweis: Die Rebels stehen auf dem Stimmzettel zur Wahl der Vogtland-Mannschaft des Jahres. Für Kölbel keine Überraschung: "Das ist der Lohn für die harte Arbeit von Beginn an. Das sind die ersten Früchte, die wir ernten", freut sich Kölbel. Die Nominierung ist Lohn für die bisher erfolgreichste Spielzeit der Rebels. Sieben Siege, eine Niederlage: So die Bilanz der abgelaufenen Landesliga-Saison. Und das soll im Jubiläumsjahr noch getoppt werden - die Rebellen setzen sich ehrgeizige Ziele. "Wir nehmen die Favoritenrolle an, wollen ungeschlagen durch die Saison kommen", so Vereinschef Kölbel. Drei Gegner sind bekannt - Wittenberg, Freiberg und Saalfeld. Das Trio hatte gegen die Rebels zuletzt keine Chance. Hinzu kommt der Neuling aus Suhl. "Wir wollen Meister werden", so die Devise der Rebels. Um das zu erreichen, wird sich auch im Winter nicht auf den Lorbeeren ausgeruht. Zwei Mal pro Woche wird Training angeboten - auch am Superbowl-Sonntag. Gearbeitet wird nicht nur an der Kondition, sondern auch an den technischen Grundlagen. Zudem steht den Rebels in Falkenstein in diesem Winter erstmals eine ehemalige Industriehalle zur Verfügung, die für die Bedürfnisse der American Footballer umgebaut wurde - einem Unterstützer des Vereins sei Dank. Darin befinden sich nicht nur Fitnessgeräte, sondern auch eine Ballwurfmaschine. "Da würde uns so mancher Erstligist drum beneiden", so Kölbel.
Während des Training ist der bevorstehende Super Bowl kein großes Thema, "da wird schließlich konzentriert gearbeitet", so Kölbel. Davor und danach werden die Ergebnisse aus der National Football League (NFL) aber schon diskutiert, schließlich haben fast alle der 32 Teams Fans, aber auch Gegner. "Da gibt es schon so manche verbale Spitzen", sagt der Vereinschef.
Zurück ins Vogtland: Kölbel rechnet damit, dass das Männer-Team der Rebellen bis zu 55 Spieler umfasst. "Das bedeutet, dass die Jungs spielen, die sich am meisten reinhängen. Wir haben den stärksten Kader seit Vereinsgründung", ist Kölbel überzeugt. Und das, obwohl die Rebellen den Abgang von Passempfänger Julian Zimbel-Lebherz - dem wertvollsten Spieler der letzten Spielzeit - verzichten müssen. Studienbedingt zog es die "#10" nach München. Aber auch dieser Abgang wird kompensiert werden, ist sich Kölbel sicher. 
Die American Footballer haben sich im Vogtland schnell etabliert - das beweist die stattliche Kulisse bei den Heimspielen im Treuener Jahn-Stadion. Und auch bei Auswärtsspielen werden die Rebellen regelmäßig unterstützt. "Das ist schon super, wenn die Fans für uns ihren Sonntag opfern", betont Kölbel. Ihre Freizeit opfern müssen die Rebels in der Nacht zum Montag ganz bestimmt nicht - schließlich ist Super-Bowl-Schauen das pure Vergnügen. Leider nur ein Mal im Jahr - eben ein absoluter Festtag für Football-Fans.