Vogtland Philharmonie mit Rekordjahr

Reichenbach - Die Vogtland Philharmonie hat 2009 ihr absolut bestes Jahr erlebt, musste bei insgesamt 193 Konzerten aber auch an ihre Schmerzgrenze gehen. Das sagte Intendant Stefan Fraas gestern während einer Pressekonferenz, bei der er einen Rückblick auf die vergangene Spielzeit gab, aber auch Ausschau in die Zukunft hielt. Danach kann der 1992 aus dem ehemaligen Vogtlandorchester Reichenbach und dem Theaterorchester Greiz fusionierte Klangkörper in mancherlei Hinsicht auf Superlative verweisen. So sind die monatlich stattfindenden Sinfoniekonzerte im Reichenbacher Neuberinhaus seit Jahren nahezu ausverkauft, so dass die begehrten Abos sogar weitervererbt werden. "Das ist in Deutschland einmalig", behauptet Fraas. Und mit 460 Mitgliedern zähle der Förderverein der Vogtland Philharmonie zu einem der größten im Land. Um die Dimensionen zu verdeutlichen, nannte der Generalmusikdirektor Zahlen: Danach besuchten im vergangenen Jahr 103 962 Besucher die Konzerte der Vogtlandphilharmonie, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent bedeutet. Rund 850 000 Euro wurden insgesamt eingespielt. Das sind sogar 16 Prozent mehr als 2008. Damit kann das erfolgreiche Orchester eine Eigenerwirtschaftungsquote von 22 Prozent aufweisen. Üblich seien, sagt Fraas, acht bis zwölf Prozent. Die Vogtland Philharmonie sehe sich nicht nur als klassisch-traditionelles Orchester, betonte der Chef, sondern in einer großen Bandbreite aufgestellt. Und das soll auch künftig so bleiben. In der zu Ende gehenden Spielzeit waren auf dem Konzertplan neben den beliebten Sinfoniekonzerten auch moderne Programmpunkte wie "Sounds of Hollywood", "Classic unter Sternen", "Philharmonic Rock" und "Kids meets Classic" zu finden. Für die kommende Saison verspricht er unter anderem Arena-Classics an der Schanze in Klingenthal, Galakonzerte mit Eva Lind, eine deutsche Erstaufführung zweier Werke von Joseph Marx in Würzburg und Regensburg sowie ein Festkonzert zum Internationalen Anästhesiekongress in Hamburg. 156 Konzerte sind bereits jetzt fest geplant. Auch ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Reichenbacher Lebenshilfevereins wird es wieder geben. Entgegen der mittlerweile zwanzigjährigen Tradition wird es allerdings nicht mehr in der Vorweihnachtszeit, sondern am 12. März 2011 stattfinden. Sogar Starsängerin Eva Lind habe ihre Teilnahme bereits zugesagt. Daneben wird die kommende Spielzeit geprägt sein von der Eröffnung der neuen Vogtlandhalle in Greiz. Dort finden am 19. März eine große Eröffnungsgala und am 9. April der nächste Orchesterball der Vogtland Philharmonie statt. Auf den neuen Probenraum freut sich der Orchesterchef besonders. "Dann können wir die Probentechnik endlich stehen lassen und der zeitraubende Auf- und Abbau entfällt", sagt er. Die Sinfoniekonzerte der bevorstehenden Spielzeit sind geprägt von großen Künstlern, großen Sinfonien, verschiedenen Stilepochen und Komponisten aus vielen verschiedenen Ländern. Chefdirigent Juri Malat freut sich sehr auf diese Vielfalt, auch wenn er sich als Fan von zeitgenössischer Musik outet. Zurecht stolz kann Stefan Fraas auf weiterhin volle Terminkalender der Vogtland Philharmonie und Konzertanfragen bis 2013 und darüber hinaus verweisen. Der länder-, landkreis- und städteübergreifende Klangkörper hat sein Publikum gefunden und ist nach wie vor äußerst beliebt. Diese Stabilität haben die Musiker vor allem ihren ausgezeichneten Leistungen, einer engagierten Orchesterleitung, einem aktiven Trägerverein aber auch ihrer Zustimmung zum Haustarifvertrag zu verdanken. Dieser aus dem Jahr 1994 stammende Vertrag läuft noch bis 2012 und legt fest, dass alle Orchestermitglieder rund 20 Prozent weniger verdienen als vergleichbare Musiker deutschlandweit. Laut Fraas werde derzeit mit der Deutschen Orchestervereinigung über eine Vertragsverlängerung bis 2015 verhandelt. Ziel sei es, die Vogtland Philharmonie in ihrer jetzigen Planstellengröße von 65 Musikern zu erhalten und zu entwickeln.