Vogtland im Visier der Rechten

Die rechtsextrem motivierten Übergriffe im Vogtland haben gegenüber dem Jahr 2010 zugenommen, sagt Rene Weber von Move, der Kontaktstelle gegen Rechts in Plauen.

Die genauen Zahlen für das zurück liegende Jahr bedürfen noch der Abstimmung mit der sächsischen Opferberatung. Fest stehe aber, so Weber gestern, dass nicht nur die rechtsextrem motivierten Übergriffe in der Region und die damit einhergehende Gewaltbereitschaft zugenommen haben, sondern sich die Szene auch wesentlich stärker vernetzt habe.

Die so genannte RNJ, die Revolutionäre Nationale Jugend, die bislang vor allem im nördlichen und südlichen Vogtland aktiv war und deren Mitgliederzahl auf bis zu 30 Aktive geschätzt wird, habe ihr Wirken auf das gesamte Vogtland ausgeweitet, schätzt Weber ein. Und auch deren einstigen Überwerfungen mit der NPD seien längst "gegessen" - Indiz für wachsende Gemeinsamkeiten und Aktionen.

In Plauen machte die RNJ im Vorjahr vor allem mit der Beantragung und Durchführung des "Trauermarsches" am 16. April auf sich aufmerksam, mit dem die rechte Szene die Bombardierung Plauens für ihre Zwecke vereinnahmen wollte. Übrigens eine von zwei Aktionen, an denen sich auch Neonazis aus ganz Sachsen beteiligten. Erkenntnissen von Move zufolge, verbindet die vogtländische RNJ eine professionelle Zusammenarbeit mit etablierten Kameradschaften in Sachsen, aber auch Thüringen und Oberfranken.