Vogtland im Fokus der Jubiläumsausgabe

Der 25. Europäische Bauernmarkt, der vom 7. bis 14. März wie gewohnt in der Veranstaltungshalle des Möbelhauses Biller stattfindet, widmet sich kulturell dem Gastgeber, der Vogtlandregion.

Von Ingo Eckardt

Plauen - Landrat Rolf Keil betonte, dass man bei 25 Auflagen des Marktes augenscheinlich vieles richtig gemacht habe. "Dass Jahr für Jahr zwischen 35.000 und 40.000 Kunden auf dem Markt verzeichnet werden, ist ein großer Erfolg für das Vogtland allgemein und die Stadt Plauen ganz besonders", freute sich der Landrat und erinnerte daran, dass Josef Biller in Eching einen Direktvermarktungsmarkt an seinem Stamm-Möbelhaus durchführte. Daraus wuchs nicht nur die Idee, in Plauen ebenfalls Landwirtschaftsprodukte vom Produzenten direkt an den Kunden zu verkaufen. "Besonders wichtig ist immer gewesen, den europäischen Gedanken mit Leben zu erfüllen und zudem eine Lanze für die heimische Landwirtschaft zu brechen", so Keil.
Er erzählte auch, wie er gemeinsam mit TVV-Geschäftsführer Andreas Krauß die "Grüne Woche" in Berlin besuchte. Dabei sei man auf einen portugiesischen Anbieter gestoßen, der Wein und Olivenöl anbot. Man kam ins Gespräch und konnte ihn vergangenes Jahr erstmals nach Plauen holen, obwohl die Größe des Marktes natürlich nicht mit der größten internationalen Landwirtschaftsproduktmesse mithalten kann.
"Der Händler hat nach der ersten Teilnahme erstaunt festgestellt, dass er hier in Plauen die größten Umsätze gemacht hat, die er jemals bei einer Messe erzielt hat", so Keil. Seine Kulturamtschefin Gabriele Klug ergänzte, dass man mit der Sternquell-Brauerei einen tollen Partner an der Seite habe, der seit Jahren das Anliegen des Marktes unterstütze. Dr. Thomas Luther, Leiter der Außenstelle des Landwirtschaftslandesamtes, betonte, dass man auch dieses Jahr den Markt wieder nutzen wolle, um das Spannungsfeld Stadt und Land aufzugreifen und in den Erzeuger-Verbraucher-Dialog zu treten.
Neu geregelt hat man im Jubiläumsjahr die üblichen Wettbewerbe um die Top-Produkte. Kirsten Gitter, die seitens des Amtes die Fäden des Marktes in den Händen hält, erläuterte, dass man diesmal die Top-Stände und Top-Produkte ausschließlich durch die Kunden wählen lassen will. Dazu werde es am Donnerstag der Bauernmarkt-Woche einige Auszeichnungen geben, die noch dem Siegel der Geheimhaltung unterliegen.
Auch der "Vater des Bauernmarktes", der ehemalige Landwirtschaftsamtschef Armin Döhler, äußerte sich während der gestrigen Pressekonferenz zum Jubiläum. Er selbst ist nach wie vor in die Vorbereitung des Marktes, auf dem in diesem Jahr 75 Aussteller und Anbieter aus 14 Nationen ihre Visitenkarte abgeben, involviert. Ein Dankeschön ging dabei außer an Landrat Rolf Keil, der stets ein offenes Ohr für die Veranstalter habe, auch an die schwer erkrankte Petra Schneider, die seit vielen Jahren sehr engagiert an den Märkten mitgetan habe. Generell gelte, dass man sich in gewisser Weise als Markt immer wieder neu erfinden müsse, um nicht langweilig zu werden. "Die Verbindung von Genuss, Unterhaltung und dem Europagedanken bleibt natürlich der Träger des Marktes. Besonders gefreut hat mich, dass seit ein paar Jahren auch die katholische Kirche die Marktteilnehmer zu einem gemeinsamen Abend einlädt. Bei den Besuchern wollen wir das Staunen über Landwirtschaft und die handwerkliche Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten in den Fokus stellen", so Döhler, der bedauerte, dass sich der Sächsische Direktvermarkterverband aufgelöst habe.
"Die Marktteilnehmer auf dem Europäischen Bauernmarkt sind zu einer Gemeinschaft von Freunden geworden. Selbst viele familiäre Kontakte sind im letzten Vierteljahrhundert gewachsen, es gibt eine große Herzlichkeit und eine Freude, sich jedes Jahr in Plauen zu treffen", sagte der vogtländische Direktvermarkter-Chef Michael Bretschneider.
Einen Notplan bezüglich des sich in Deutschland und den Nachbarländern ausbreitenden Corona-Virus gäbe es hingegen nicht. Man plane auch keine Hygienemaßnahmen, die über die ohnehin strengen Regelungen für derartige Veranstaltungen hinaus gehen. "Es gibt derzeit keinen Grund, da in Panik zu verfallen", erklärte Landrat Rolf Keil auf Nachfrage.